Kollektives Wohnen II

Lorenzo Berger
Max Schaucher
Professur
Städtische Architektur
Projektarbeit

Die Frage nach gemeinschaftlichen Wohnformen ist keine neue kurzlebige Modeerscheinung. Sie ist eine Reaktion auf einen Paradigmenwechsel gesellschaftlicher Werte, den demographischen Wandel und die wieder entdeckte Attraktivität von städtischem Leben.

Ziel des Semesters ist es, ein prägnantes, städtisches Wohnhaus mit starken räumlichen Ideen zu entwerfen, das den Fokus auf das Individuum und die Gemeinschaft richtet.
Wir wollen der Frage nachgehen wie Gemeinschaft in einem Wohngebäude organisiert werden kann und wie den unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten der Bewohner begegnet werden kann. Genauso beschäftigt uns die Frage welche Vorstellung von Stadt und städtischem Leben das Projekt zum Ausdruck bringen soll.
Auf der Ebene des Stadtraumes interessiert uns die Behandlung des Erdgeschosses als Schnittstelle von öffentlichem zu privatem Raum.
Eine breite Nutzungsmischung mit z.B. Gewerbe, Verkauf, Gastronomie, Ateliers etc. belebt die Erdgeschosszone und führt die Stadt in das Haus. Die Verbindung von Arbeit, Wohnen und Freizeit, bringt Menschen zusammen und kann eine positive Dynamik im Quartier entfachen und Treffpunkte für die Gemeinschaft generieren.
Auf der Ebene des Wohnens suchen wir ein breites Angebot an unterschiedlichen Wohnformen für unterschiedliche Bedürfnisse und eine Auseinandersetzung mit der Organisation und Benutzung des Hauses.
Hierbei interessiert uns das Verhältnis von Gemeinschaft und Individuum. Welche Nutzungen eignen sich zum gemeinschaftlichen Zusam- menkommen (z.B. Außenraum, Dachgarten, Waschküche, Bibliothek, Co-Working Spaces, Seminarräume, Werkstätten, Gemeinschaftsküche etc.)? Welche Rückzugsmöglichkeiten gibt es für das Individuum? Wie kann die Verbindung von Gemeinschaft und Individuum räumlich organisiert werden, ohne das Zwänge und Konflikte entstehen?
Dazu werden wir uns mit der Frage auseinandersetzen, welche Wohnformen und -typologien und welcher Grad an Durchmischung unterschiedlicher Nutzungen verträglich ist, für ein zeitgemäßes gemeinschaftliches Wohnprojekt. Gewünscht ist eine Neuinterpretation von Konventionen im Wohnungsbau für zukunftsfähige Wohnvorstellungen.
Als Entwurfsorte bearbeiten wir drei Grundstücke in München, mit ähnlichem Charakter. Alle Grundstücke liegen zwischen teils ehemaligen Industrieflächen und der Stadt.

KollektivesWohnen1
München,2020@berger,schaucher
KollektivesWohnen2
München,2020@berger,schaucher
KollektivesWohnen3
München,2020@berger,schaucher
KollektivesWohnen4
München,2020@berger,schaucher
KollektivesWohnen5
München,2020@berger,schaucher