Eine Wohnung, Zwei Möglichkeiten

Judith Chesneau
Professur
Entwerfen und Konstruieren
Projektarbeit

„Die Aufgabe des Projektes ist eine zeitgenössische Wohnung zu entwerfen mit dem Ziel, das dies als Musterwohnung im Maßstab 1:1 umgesetzt wird. Die Musterwohnung soll neue städtische Wohnformen erforschen, die soziale und kulturelle Infrastrukturen integrieren. Das heißt, der Grundriss soll zwei “Aggregatszustände” der Wohnung zulassen, nämlich Wohnen und Veranstaltungen. Zudem soll die Musterwohnung so entworfen und konstruiert werden im Sinne davon, dass sie im Selbst-Bau durch teilnehmenden Studierenden errichtet werden kann.“ (Quelle: Lehrstuhl Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren)

Zwei Wohnungen, Zwei Räumlichkeiten 

Überlagerung
Für die Untersuchung eines zeitgenössischen Wohngrundrisses, wurde einige Übungen mit den 3 Schritten durchgeführt nämlich Bestandsaufnahme – Überlagerung – Synthese. Dadurch kommt die grundlegende Wohn-Idee heraus. Die Bestandsaufnahme führt zu einer zeichnerischen Analyse mit der geordneten Darstellung der beiden Grundrisse. Durch räumliche Überlagerung wurde ein konventioneller Grundriss mit einer starken, konzeptionellen Wohn-Idee aus einer anderen Welt, die ein deutscher und brasilianischer Grundriss sind, gegenübergestellt und daher eine Collage der Zeichnungen dargestellt. Daraus erfolgt ein Zusammenführen der beiden Grundrisse zu einer Wohnung als unsere Synthese.

Brasilianer: Erweiterbarkeit
Ein wichtiger räumlicher Aspekt aus dem brasilianischen Grundriss lässt sich von dem großen langgezogenen Raum herausfinden, wo sich die Gemeinschaftsbereiche befinden. Dieser Bereich dient nicht nur dem Zugang der Räume als Bewegungsfläche, sondern auch der Verbindung der Räume. Daher ist die Idee der räumlichen Erweiterbarkeit ein Thema geworden, das wir die „Wohngalerie“ nennen und als einen zentralen Raum in unser Projekt bringen.

Wfb: Durchgängigkeit
Was uns bei dem deutschen Grundriss auffällt, ist eine klare Anordnung der Räume um einen Flur herum. Dieser spielt im Laufe der Zeit deutscher Wohnungen eine wesentliche Rolle, um alle Innenräume zu gliedern und zu verbinden. Daraus entsteht eine architektonische Herangehensweise, die die Durchgängigkeit der Wohnung und den Umgang mit räumlicher Flexibilität ermöglicht. In diesem Zusammenhang haben wir uns drei Fragen gestellt, um die beiden Prinzipien in die Musterwohnung in Holzbauweise umzusetzen.

Eine Wohnung, zwei Möglichkeiten: das Entwurfskonzept des Pavillons
Das Strukturmodul der Musterwohnung basiert auf zwei schräge Achsen, die die Breite des Wohnbereiches ändern. In nord-südlicher Richtung spielt die 30cm breite Stütze eine wesentliche Rolle für die Öffnungen und das 1m breite Wandmodul definiert die Räume in ost-westlicher Richtung. Die Wohngalerie im südlichen Teil schränkt die Bewegungsflächen bei den Bereichen vor den Schlafzimmern ein. Sie zieht sich über die gesamte Tiefe und bietet eine beidseitige Belichtung mit zwei Loggien. So kann bei der Benutzung bei Veranstaltungen, wie einem Konzert, einer Lesung oder einer Ausstellung, die Breite differenziert werden. Gegenübergestellt befinden sich drei Schlafzimmer, ein Badezimmer, Loggien und Balkon. Durch die Kubatur der Musterwohnung funktioniert eine effektive Dreispännererschließung, in der sich zwei 90m2 Wohnungen mit einer dazwischenliegenden 2-Zimmerwohnung für Studierende.

Musterwohnung - St. Quirin 2
Modelfotos
Entwurfprozess
von der ersten Synthese bis zum letztem Grundriss
Grundrisse
zwei Aggregatszustände / Dreispännererschließung
Schnittperspektive / Innenraumfotos
Längsschnittstelle / Pavillon Wohn- und Essbereich
Modelfotos
Musterwohnung Pavillon
Isometrie Montage / Schnitte
Konstruktionselemente / Quer- und Längsschnitt