Wie vermitteln wir unsere Ideen?

Architekturdarstellungen sind Gegenstand der architekturgeschichtlichen Forschung. Sie werden zum Nachvollziehen von Entwurfsprozessen, Dokumentationen, Bauprozessen und Rekonstruktionen herangezogen, jedoch auch als künstlerische Ausdrucksform von ArchitektInnen verstanden. Modelle und Zeichnungen sind einerseits Präsentationsformen, andererseits Kommunikationsmittel von ArchitektInnen, Ideen an BauherrInnen und Laien zu vermitteln.

 

Die Zeichenlehre und Lehre des Darstellens wird bereits seit dem 16. Jahrhundert als wesentlicher Bestandteil des Architekturstudiums angesehen. Die Begriffe der “Stuttgarter Schule” oder “Münchener Schule” im 19. und 20. Jahrhundert sind nicht zuletzt auf die Zeichenstile der Studierenden zurückzuführen. An unserer Fakultät hat das Architekturdarstellen eine lange Geschichte und wurde in der Vergangenheit unter anderem von Leo von Klenze, Friedrich Thiersch, Hans Döllgast und Friedrich Thiersch geprägt.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wird das Architekturstudium zunehmend durch digitale Hilfsmittel ergänzt. Alte Darstellungsformen werden neu gedacht oder aber ersetzt durch das 3D Modellieren, durch BIM oder die nachträgliche Bearbeitung von Medien durch Programme wie Photoshop. Zunehmend meint man festzustellen, dass es keine einheitliche Logik mehr hinter den von den Studierenden angefertigten Darstellungen gibt. Häufig hört man im Arbeitssaal die Kommentare “lass uns das schnell photoshoppen” oder “mach den Schatten einfach schmäler, dann sieht es besser aus”. Wenn man auf die professionelle Ebene blickt, stellt man auch in Wettbewerbsverfahren fest, dass fotorealistische Darstellungen immer wieder ausgeschlossen werden – aus finanziellen Gründen – aber auch, um das Auge des Wettbewerbsgremiums durch täuschend echte Grafiken nicht in die Irre zu führen.

Wir stellen uns die Frage: (Wie) lernen wir eigentlich das Präsentieren unserer Ideen? Achten wir beim Computerzeichnen auf die gleichen Prinzipien, die den händisch konstruierten Zeichnungen zugrunde liegen? Die Antworten werden gefunden in ausgewählten Arbeiten der Bandbreite der Darstellungsformen unserer Fakultät, von aquarellierten Fassadendarstellungen, über akurate Bauaufnahmezeichungen bis hin zu Videos, die für VR-Brillen programmiert werden und Innenraumtouren durch einen Entwurf ermöglichen. Textliche Arbeiten, die sich kritisch mit Architekturdarstellungen auseinandersetzen, ergänzen die Projekte.

Eine Frage bleibt jedoch bestehen: Wie präsentieren wir uns in der Zukunft? Bleiben herkömmliche Darstellungsmethoden bestehen oder werden sie zunehmend von der Digitalisierung abgelöst? – Annkathrin vom #AJA20Team

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