Wie verändern wir unsere gebaute Umwelt?

Bauen im Bestand ist von zunehmend hoher Bedeutung. Schon heute bilden Umnutzungen, Umbauten und Instandsetzungen mehr als die Hälfte des Bauvolumens in der Bundesrepublik.

Veränderte Nutzungen, sowohl demographischer als auch struktureller Wandel und der Einsatz neuer Technologien erfordern oft eine bauliche Anpassung des Baubestandes. Doch nicht nur Umbauten, sondern auch jeder Neubau verändert seine direkte Umgebung. Die Erscheinung von Straßenzügen, ganze Stadtteile und Landschaftsräume wandeln sich stetig. Bei jedem Eingriff in die bauliche Umwelt wird Altes verändert und mit Neuem ergänzt. Dabei stellt sich eine zentrale Frage: Wie verhält sich das neu Implementierte zum Alten?

Den baulichen Bestand systematisch zu erfassen und zu verstehen ist eine erste Grundvoraussetzung dafür, ein Update am Alten durchführen zu können. Erst beim Betrachten, Fotografieren und Dokumentieren zeigen sich die Eigenschaften unserer gebauten Umwelt und lassen sowohl Qualität als auch Potential deutlich werden.

Die Masterarbeit “Sieben Narren” von Joans Hamberger untersucht durch Zeichnung und Fotografie 102 Orte in München und versucht durch unterschiedliche Kleinstarchitekturen brachliegende städtische Räume einer gesellschaftlichen Akzeptanz zurückzuführen. Das Neue tritt unabhängig als architektonischer Narr auf und schließt die Brache als Hintergrund in die Intervention ein.

Sobald wir verändern, müssen wir uns fragen, welche Art von Transformation wir zulassen wollen und welche Gebäude eine so hohe Bedeutung für unsere Generation haben, dass wir sie in ihrem Zustand erhalten wollen. Der Umgang mit historischer Bausubstanz, Bauten der Moderne, des Wiederaufbaus und auch kürzlich vergangener Zeit werden uns weiterhin beschäftigen. Unser heutiger Umgang mit Bestehendem wird für künftige Generationen eines zulassen: den Rückschluss auf die Verfassung der jetzigen Zeit. – Mirko vom #AJA20Team

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