Wie reflektieren wir Architektur?

Wir blicken heute auf eine lange Bautradition, die sich sowohl in theoretischen Schriften als auch in der gebauten Umwelt präsentiert. Doch Herausforderungen wie der Klimawandel und Ressourcenknappheit stellen ArchitektInnen vor eine veränderte Verantwortung; neue Technologien ermöglichen und erfordern alternative Arbeitsweisen. Architektonische Reaktionen gehen von Rekonstruktionsprojekten und historisierenden Bauträgerhäusern bis hin zu High-Tech-Bürogebäuden und ikonisch dekonstruktivistischer Stararchitektur. Hinzu kommt, dass Onlinedienste wie Pinterest, Instagram und Co Zugang zu einer schier unendlichen Zahl von – oft auf visuelle Aspekte beschränkte – Referenzen gewähren, die uns meist oberflächliche Einblicke in Architektur auf der ganzen Welt geben.

Wir fragen uns daher: Wie können wir uns an der TUM Architekturfakultät kritisch mit der Architekturgeschichte und der Architektur von heute auseinandersetzen; wie den wertvollen Erfahrungsschatz unserer Geschichte zur Bewältigung aktueller Herausforderungen nutzen? Wie schaffen wir es, trotz oder gerade mithilfe neuer Medien ins Gespräch über Architektur zu kommen?

Eine wichtige Rolle für einen lebendigen Diskurs über zeitgenössische Architektur spielt sicherlich die Vortragsserie „Montagsreihe“, gestaltet von Nils Rostek und Tasos Roidis, in der meist junge Architekturbüros ihre Projekte und Entwurfshaltung präsentieren. Ein Schwerpunkt der Auseinandersetzung mit der Architekturgeschichte liegt auf der Beschäftigung mit Projekten der Nachkriegszeit und deren Neubetrachtung aus heutiger Sicht. Beispiele hierfür sind die Publikation „Neuperlach ist schön“ von Prof. Andreas Hild und Andreas Müsseler und das Seminar „München Olympiastadt 1972“ von Irene Meissner, welches das olympische Erbe der Sportstätten untersucht, die schon damals im Sinne der Nachhaltigkeit mit Blick auf die nacholympische Nutzung geplant wurden.
Anna-Maria vom #AJA20Team

Leave a Reply

* Pflichtfelder. Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.