STADTschafftLAND

Clivia Gröber
Alina Eckl
Professur
Landschaftsarchitektur regionaler Freiräume
Projektarbeit

In Landschaften gibt es räumliche Strukturen, die Begegnung fördern und Aufenthalt ermöglichen. Sie schaffen, dass man sich willkommen fühlt und sind die Grundlage sozialräumlicher, landschaftlicher Qualitäten. Ihre kartografische Darstellung entlehnen wir in diesem Entwurfsprojekt historischen Messtischblättern im Maßstab 1:25.000, die einen Abstraktions- bzw. Detaillierungsgrad aufweisen, der noch eine räumliche Lesbarkeit der Landschaft – ihrer Orte und kleinräumlichen Situationen – ermöglicht. Gleichzeitig wird ihre Verflechtung auf regionaler Ebene sichtbar. In dem Projekt werden solche Orte in unterschiedlichsten Landschaften entwickelt. Sie sind jeweils inspiriert von räumlichen Situationen, die wir mit einem globalen Lebensgefühl auf Reisen und während längerer Auslandsaufenthalte wahrgenommen haben.

Städte wie Dunedin, Rotterdam und Budapest werden erst durch ihren Straßenraum lebendig. Er ist eine bunte Abfolge diverser Typologien, Architekturen und Formen. Er lebt durch seine Unterschiede, die die verschiedensten Nutzer ansprechen und bietet dadurch für fast jeden ein attraktives Aufenthaltspotential. Um diese lebendige Vielfalt in die teils monotone und strukturarme Kulturlandschaft zu bringen, werden die räumlichen Qualitäten und Nutzungen, ortsspezifisch übersetzt und auf drei unterschiedliche suburbane Räume in Deutschland angewandt. Dadurch soll die Kulturlandschaft wiederbelebt und zu einem kosmopolitischen Begegnungsraum werden.
Der Stadtraum kann durch folgende Möglichkeiten in die freie Landschaft übertragen werden kann.
Ästhetisches Erscheinungsbild: Die Stadt besteht nicht nur aus rein funktionalen Nutzungen, sondern bietet auch Strukturen, die der Ästhetik dienen. Im suburbanen Raum können diese Elemente beispielsweise durch Blühstreifen und abwechslungsreiche Heckenstrukturen übersetzt werden.
Differenzierte Landnutzung: Das Erscheinungsbild einer Straße, wird stark von den angrenzenden Fassaden geprägt – durch sie erhält der Straßenzug erst sein Gesicht. An die Wege in der freien Landschaft grenzen meist Felder und Äcker, denen durch eine möglichst differenzierte Nutzung der Landschaft ein individuelles Gesicht verliehen werden kann.
Interaktive Landnutzung: Eine Stadt lebt durch ihre Nutzer. Sie füllen Cafés, gehen einkaufen und bleiben zwischendrin auf ein Gespräch stehen. Dieses Verhalten kann in Bezug auf die Kulturlandschaft durch interaktive Landwirtschaftsmodelle, wie zum Beispiel Mietgärten, Selbsternte, etc. bewirkt werden.
Skyline: Das Stadtbild wird beeinflusst von verschiedensten Gebäudeabfolgen. Diese Unterschiede in der Höhe und Form können durch wegbegleitende Vegetation, wie Bäume verschiedener Wuchsformen oder niedrigere Vegetation wie Sträuchern übersetzt werden.
Diverser Lebensraum: Genau wie Städte einen vielseitigen Raum für alle Nutzer, Bewohner oder Besucher bieten, führen die voran genannten Veränderungen in der Landnutzung zur Schonung bestehender Lebensräume und zur strukturellen Vielfalt. So wird eine Vielzahl ökologischer Akteure angesprochen.
Ortsspezifischer Charakter: Jede Stadt ist anders. Um den individuellen Charakter und seine Wirkung zu übertragen, gibt es für jede Stadt spezifische Übersetzungen
Unsere Entwurfsgebiete befinden sich im Cottbuser Osten, Rupertiwinkel und Dachauer Hügelland und kämpfen vor allem mit Strukturarmut. Exemplarisch wird jedem Gebiet jeweils eine Auslandsreferenz zugeteilt, welche im nächsten Schritt durch vorangegangene Analyse abstrahiert und auf verschiedene Arten übersetzt.

Perspektive Cottbuser Osten
Umsetzung des Entwurfs
Konzeptskizze
Ästhetisches Erscheinungsbild
Konzeptskizze
Differenzierte Landnutzung
Konzeptskizze
Interaktive Landnutzung
Konzeptskizze
Skyline
Konzeptskizze
Ortsspezifischer Charakter der Auslandsorte