Stimmen aus dem AJA-Team: Stella Sommer

Im Rahmen der Architektur Jahresausstellung der TUM-Architekturfakultät sammeln wir Stimmen zu der Frage, wo in der Architektur und der Architekturlehre ein Update nötig ist.
Auch innerhalb des AJA-Teams wurden Haltungen zu der Frage entwickelt, was Update Architektur für den Einzelnen bedeutet.

Wie können wir die Strukturen unserer Städte und in unserer gebauten Umwelt umgestalten, um sie auf heutige Bedürfnisse anzupassen? Wie können wir sie auf die bevorstehenden ökologischen und technologischen Veränderungen vorbereiten?
Auf welche sich daraus entwickelnden gesellschaftlichen und sozialen Fragen können wir bereits eine Antwort finden?

Das derzeitige 21. Jahrhundert wird radikal anders verlaufen als das vorherige. Gewohnte Gewissheiten, Techniken und gesellschaftliche Praktiken werden verschwinden. Unsere Verantwortung und Aufgaben als Architekt*innen und Städtebauer*innen werden sich ebenfalls fundamental ändern. Durch die sich wandelnden Anforderungen an Gebäude, an ihre Eingliederung in das städtische Gefüge, ihre Dauerhaftigkeit, ihren technologischen Standard und ihre konstruktive Komplexität braucht es auch eine Veränderung in dem Verständnis über das Aufgabenfeld und die Fähigkeiten von Architekt*innen und Städteplaner*innen.

Da wir im Laufe unseres Studiums auf diese Verantwortung vorbereitet werden sollen, braucht es auch einen Wandel im Verständnis über unsere Lehre auf akademischer Ebene und eine konkrete Adaptation der Anforderungen im Berufsleben auf die Lehrinhalte. Die Universität bietet zudem einen perfekten Rahmen, um interdisziplinär kreative Konzepte und innovative Antworten entstehen zu lassen.

Gerade während der aktuellen Corona-Krise fällt sehr stark auf, dass unsere urbanen und gesellschaftlichen Strukturen nicht auf plötzliche Veränderungen im Außen vorbereitet sind, dass sie ein Update, eine Überarbeitung benötigen.
Wir sollten in Anbetracht von zukünftigen Krisen, die uns vor allem mit den Veränderungen durch den Klimawandel erwarten werden, kritisch hinterfragen, welche Systeme resilient und welche vulnerabel sind. Die spontanen Reaktionen und Anpassungen, die bereits sowohl auf politischer als auch auf gesellschaftlicher Ebene stattfinden, können für diesen anstehenden Prozess ein Vorbild sein. Das Thema „Update Architektur“ könnte gerade zu der jetzigen Situation, deren temporäres als auch gesellschaftliches Ausmaß wir noch nicht absehen können, nicht aktueller sein.