Stimmen aus dem AJA-Team: Nora Hampf

Im Rahmen der Architektur Jahresausstellung der TUM-Architekturfakultät sammeln wir Stimmen zu der Frage, wo in der Architektur und der Architekturlehre ein Update nötig ist.
Auch innerhalb des AJA-Teams wurden Haltungen zu der Frage entwickelt, was Update Architektur für den Einzelnen bedeutet.

Update bedeutet Aktualisierung, Optimierung und Weiterentwicklung. Dass der Mensch immer nach dem besten Gut strebt, liegt laut Aristoteles in seiner Natur. Eine ständige Verbesserung seiner eigenen Eigenschaften und somit seiner Umgebung sind auf dem Weg in die Glückseligkeit nicht nur eine Wahl, sondern eine Notwendigkeit.

Die grundlegendste Aufgabe der Architektur ist der Schutz des Menschen. Im Laufe der Zeit hat sich auch diese Disziplin weiterentwickelt. Ihre Funktionen beschränken sich nicht mehr nur auf den physischen Schutz, sondern zum Beispiel auch auf die Raumbildung im urbanen Kontext und die Steigerung der Lebensqualität. Doch wann ist der Fokus vom allgemeinen Gut des Menschen weggerückt? Wann ist „große Architektur“ entstanden und wie ist sie gegenwärtig definiert? Berühmte Baumeister gab es schon immer, doch sind die Namen von Starachitekten gerechtfertigt oder dienen sie nur der Selbstdarstellung?

Für mich bedeutet „Update Architektur“ nicht nur eine Aktualisierung der technischen Möglichkeiten, sondern auch eine stetige Optimierung der menschlichen Lebensqualität. Sind Massenwohnsiedlungen, die maximale Auslastung städtischen Raums und „top down“ Architektur zukunftsorientierte Praxis? Mein Wunsch ist ein Hybrid aus menschennaher und visionärer Architektur, eine welche immer nach dem besten Gut strebt und nicht stehen bleibt.