Stimmen aus dem AJA-Team: Max Münzloher

Im Rahmen der Architektur Jahresausstellung der TUM-Architekturfakultät sammeln wir Stimmen zu der Frage, wo in der Architektur und der Architekturlehre ein Update nötig ist.
Auch innerhalb des AJA-Teams wurden Haltungen zu der Frage entwickelt, was Update Architektur für den Einzelnen bedeutet.

Update – per Definition eine aktualisierte [und verbesserte] Version – meist einer Software. Also eine Optimierung des Erfolgreichen, basierend auf technologischem Fortschritt. Bezogen auf die Architektur und vielmehr Architekturlehre bedeutet Update eine Aktualisierung der Werkzeuge in der Disziplin des Entwerfens, Forschung und Lehre auf der Basis des aktuellen Wissenstandes.
Der Wirtschaftliche Fortschritt, Motor unseres Systems, ist in den letzten Jahren besonders durch die Klimadebatte geprägt und wie aus dem nichts ist seit März 2020 Digitalisierung akuter denn je. Schlag auf Schlag haben sich die Arbeitsweisen auch in den Architekturbüros und Hochschulen geändert, ein paar wenige weigern sich dennoch. Verpassen Sie ein „Zwangsupdate“ und somit den Anschluss?

Ist es nicht längst an der Zeit für Architekten und Stadtplaner an der Entwicklung mit teilzuhaben und sich proaktiv an dieser zu beteiligen? Wir entwerfen Städte für selbstfahrende Autos? Wir planen mit neuen Wohnformen Nahverdichtung in Städten, während wir auf dem Land für Leerstände kreative Lösungen finden wollen? In der Praxis haben wir mit widersprüchlichen Entscheidungen zu kämpfen: Baugenehmigungen, die im Sinne der Nachhaltigkeit eine minimale Flächenversiegelung fordern, im Gegensatz dazu aber eine Mindestzahl an Stellplätzen vorschreiben.

Technologische Errungenschaften und gesellschaftliche Trends, denen wir uns unterwerfen und zu unseren Bedingungen machen.

Setzen wir uns in der Architektur genug mit dem sich verändernden Kontext, in dem wir bauen auseinander? Sind unsere Werkzeuge noch aktuell, um mitzuhalten? Können wir als ArchitektInnen sogar mehr als andere Disziplinen? Und sogar gesellschaftliche Veränderungen steuern? Braucht die Architektur etwa mehr als nur ein Update, um auf Gesellschaftliche Entwicklungen der Zukunft einzugehen? Eine Beta Version der Architektur? Oder bleibt es die Kunst der Architektur sich gesetzten Parametern zu stellen und Wege mit traditionellen upgedateten Methoden zu finden?