Stimmen aus dem AJA-Team: Clara Frey

Im Rahmen der Architektur Jahresausstellung der TUM-Architekturfakultät sammeln wir Stimmen zu der Frage, wo in der Architektur und der Architekturlehre ein Update nötig ist.
Auch innerhalb des AJA-Teams wurden Haltungen zu der Frage entwickelt, was Update Architektur für den Einzelnen bedeutet.

Vor Corona… war das „Update“ für mich eher etwas symbolisches. 2020, die neuen 20er Jahre. Ein neuer Start in ein neues Jahrzehnt, das auch zeigen könnte, wo die neue Generation an Architekten steht. Wie unsere Formensprache ist, wie wir arbeiten, und nebenbei den alten Strukturen, von überwiegend männlichen Architekturhelden, zeigen, wie wir die Welt von morgen sehen. Eine Jahresausstellung ist vielleicht ein kleiner Schritt, Aber ein Schritt um zu zeigen, wie wir uns präsentieren wollen in diesem neuen Jahrzehnt. Ein Update bedeutet auch für mich, einen Punkt Null zu definieren, und über diesen hinauszudenken. Mit einer Jahresausstellung kann man all das zeigen. Vor Corona, mit Modellen und Plakaten.

Während Corona… sieht alles etwas anders aus. Das symbolische Update ist real geworden. Binnen Wochen mussten alle umstrukturieren. Schulen, Arbeitsstellen und Universitäten mussten auf einen Schlag vom Büroschreibtisch ins Homeoffice verlegt werden. Wir mussten alle „upgedatet“ werden, zwangsläufig. Was vorher nicht möglich war, wie online Seminare oder Projektarbeit via Videokonferenz, musste plötzlich gehen. Dabei wurde der gewohnte Rhythmus umstellt und der Veränderung unterworfen.

Ein Update hat auch Schattenseiten. Das zwischenmenschliche fehlt, das Rausgehen, in die Arbeit oder Uni. Doch das muss auch gezeigt werden. Wir befinden uns gerade in diesem kleinen runden Kreis, der angezeigt wird, wenn das Update läuft. Wir sind noch nicht fertig damit, wir haben gerade erst angefangen.

Ich hoffe das wir das zeigen können was möglich ist, und was möglich sein wird. Wenn man so radikal Updaten muss, dass alle Planung über den Haufen geschmissen wird und man von vorne beginnen muss. Ich bin gespannt was wir auf die Beine stellen Können…gezwungener Maßen.

Nach Corona… was dieses Zwangsupdate für alle gebracht hat, wird sich noch zeigen. Ich schätze nun mehr die „alten“ Methoden, wie Modellbauen und sich mit Skizzen auf Skizzenpapier austauschen. Aber ich denke auch, dass wir vor allem deutlich merken was möglich ist und das Potential. Daher glaube ich, dass dieses Update auch ein Update der Kommunikation in der Architektur ist.

Wie alte und junge Generationen, Architekten in einem Land zu anderen im Nachbarland, oder Professoren zu Studenten und Projektpartner sprechen können ohne im gleichen Raum sein zu müssen. Was macht das mit unseren Entwürfen und mit uns?

Das ist das Update.