Tor zum Berg

Sophie Lausch
Josefin Orlovsky
Professur
Landschaftsarchitektur und industrielle Landschaft
Projektarbeit

Rostrot thront der Erzberg 700 Meter über der Stadt. Seit fast 800 Jahren werden dort Erze abgebaut, und der Mensch hinterlässt eine unübersehbare geologische Spur – ein Zeichen des Anthropozäns. Welche Rolle wird der aufgerissene Erzberg in Zukunft für die Stadt Eisenerz und die Region spielen – faszinierendes Neuland oder ewig klaffende Landschaftswunde? Der Oswaldirücken gilt als das „Tor zum Erzberg“ und ist Zugang zum aktiven Bergbaugebiet. Im Rahmen eines Bachelorprojektes im 7. Semester wurde dieses Teil-Areal landschaftsarchitektonisch neu gestaltet. Die Interventionen sollten das aktuelle Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt, Industriegeschichte und Alpenidyll treffend thematisieren.

Um dem Oswaldi-Rücken mit seiner Position am Erzberg wieder eine Funktion zu geben, steht im Zentrum des Entwurfes „Tor zum Berg“ die Wiederherstellung der Verbindung der Stadt Eisenerz und des Erzberges sowie die Gestaltung von Aufenthaltsflächen, die für den Besucher den Einblick in den Erzberg ermöglichen. Die bestehende Barriere zwischen Eisenerz und Industrie wird hier mit der Gestaltung eines Fußgängerweges überwunden. Differenzierte soziale Räume auf dem Oswaldi-Rücken bieten unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten mit Ausblicks- oder Rückzugsmöglichkeiten. Vom Startparkplatz im Tal aus erreicht man nach ca. einer halben Stunde Wanderung den Oswaldi-Rücken. Hier eröffnet sich ein multifunktionaler Platz mit Café vor einem mit dem ersten vollständigen Blick auf die nahen Abbruchkanten des Erzberges. Vorbei an Sitzstufen, die in den Erzberg hereinragen, führt der Weg in einen dichten Gehölzbereich, der dann zum Highlight mündet. Das Highlight des Weges bildet das Tor zum Berg, welches ein architektonisches Element mit Blick über das Innere des Erzberges und nach Eisenerz bildet. Gestalterisch wird mit einer starken, kantigen Formensprache gearbeitet, der das Spiel mit den Kontrasten von Sicherheit und Gefahr noch einmal hervorhebt. Indem der Erzberg somit über den Oswaldi-Rücken wieder zugänglich gemacht wird, wird er in neuer Form wieder vollständig in den Alltag und das Bewusstsein der Eisenerzer eingebunden.

Perspektive der Terrasse am Erzberg
Freising 2020, © Sophie Lausch, Josefin Orlovsky
Lageplan
Freising 2020, © Sophie Lausch, Josefin Orlovsky
Detailausschnitt
Freising 2020, © Sophie Lausch, Josefin Orlovsky
Perspektive des Tors
Freising 2020, © Sophie Lausch, Josefin Orlovsky
Nutzerprofile
Freising 2020, © Sophie Lausch, Josefin Orlovsky