Stadt(berg)bau Augustenstraße

Konstantin Kirilov
Christian Lippolis
Professur
Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege
Projektarbeit

Prof. A. Hild

Assistenten: Barbara Brinkmann, Tatiany Stamatelatos, Andreas Wolf Schulze

Nach dem zweiten Weltkrieg hat man neue städtebauliche Strategien für München umgesetzt und auf diese Weise die Stadt neu konzipiert. Mit der Absicht eine ausreichende Straßenbreite zu ermöglichen, hat man sich dazu entschlossen, die Baulinie der Augustenstraße um 5 Meter nach hinten zu verlegen. Allein die Eckhäuser wurden auf ihrer ursprünglichen Stelle behalten. Die damals entstandenen Nachkriegsbauten mit der dazugehörigen streng geregelten Fassadengestaltung und mangelhaften Innenraumqualität prägen bis heute das neue Straßenbild der Augustenstraße.

Um die Bestandsgebäude an die zeitgenössischen Lebensbedürfnisse anzupassen und neue spannende Räumlichkeiten zu schaffen, beschäftigte sich das Projektthema mit der Fassadenverschiebung bis auf maximal 5 Meter in Straßenrichtung und ihrer Neugestaltung.
Parallel dazu setzte sich das Projekt mit dem Thema „urban mining“ auseinander, indem große Mengen der Fassadenmaterialien der Bestandsgebäude in den neu zu entwerfenden Fassaden wiederverwendet wurden.

In unserem Entwurf haben wir den Erker als Erweiterungselement der Hauptfassaden benutzt, da wir die Fassadenerweiterung in unterschiedlichen Ebenen ausführen wollten. Bei allen drei Bestandshäusern haben wir die an der Fassade gelegenen Räume um 2,5 m erweitert, wobei die Erker sich bis auf die Grenze von 5m ausbreiten. Mit den Erkern haben wir nicht nur einen eher homogenen Erdgeschossbereich erzielt, sondern auch eine Erweiterung auf bestimmte Stellen der Fassade geschaffen, was zu einem einheitlicheren Gefüge in dem städtebaulichen Kontext geführt hat.

Aus einer innenräumlichen Perspektive bieten die Erker einen ausreichenden Lichteinfall und abwechslungsreiche Aussichtspunkte auf die Augustenstraßen an. Diese hohe Raumqualität der Erker hat unser Innenraumkonzept entstehen lassen, indem wir die Wohnräume innerhalb der Erkerbereiche eingeplant haben.

Um ein einheitliches Fassadenbild für unsere drei Bestandsgebäude zu erreichen, haben wir alle Erker aus wiederverwendeten Ziegeln aufgebaut, sowie die Fensteröffnungen mit durch Holzelemente verbundene Bestandsfenster gestaltet. Die restlichen Fassadenoberflächen sind mit existierenden Natursteinplatten oder Putz bedeckt, die eine mehrschichtige Fassadengestaltung erzielen.

Die Modelle zum Projekt werden im Schaufenster von Carta Pura in der Schellingstraße 81 in 80799 München ausgestellt.

Axonometrie
Konstantin Kirilov, Christian Lippolis
Ansicht Haus 29
Konstantin Kirilov, Christian Lippolis
Grundriss Haus 29
Konstantin Kirilov, Christian Lippolis
Ansicht Haus 33
Konstantin Kirilov, Christian Lippolis
Grundriss Haus 33
Konstantin Kirilov, Christian Lippolis
Dreitafelprojektion
Konstantin Kirilov, Christian Lippolis