Stadt(berg)bau Augustenstraße

Armin Aschenbrenner
Salomé Trehin
Professur
Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege
Projektarbeit

Prof. A. Hild

Assistenten: Barbara Brinkmann, Tatiany Stamatelatos, Andreas Wolf Schulze

Die Gebäudelinie der Augustenstraße wurde im Zuge des Wiederaufbaues nach dem Zweiten Weltkrieg vom Straßenrand aus um 5 m zurückversetzt. Die Gebäude, die nicht zerstört worden waren, blieben an der ehemaligen Baulinie bestehen. Heute wechseln sich zwölf erhaltene historische Gebäude an der ursprünglichen Baulinie mit 49 Gebäuden ab, die um 5 m zurückversetzt sind.

Ziel des Projektes war es daher, diese Lücke zu schließen und das Quartier zu verdichten. Teil der Aufgabenstellung war der Einsatz von städtischem Bergbau, wobei die neue Fassade aus recycelten Baumaterialien der Nachbargebäude bestehen musste. Unser Konzept zur Bewältigung dieses Projekts bestand darin, mittels Materialität und Schwellen, Wiederholung und Variation und einfachen Baumethoden zu arbeiten.
Von den drei der uns zugewiesenen Gebäuden in der Augustenstraße 59 bis 67 hatten zwei eine ähnliche Typologie, während das dritte viel kleiner war. Dies erlaubte es uns, zwei neue Fassaden zu schaffen: Einen Kopf und einen langen Körper, die einen neuen Maßstab in die Straße bringen. Der kurze Kopf enthält Duplex-Wohnräume für die Gemeinschaft, während der lange Körper mit Wohnungen unterschiedlicher Größe gefüllt ist, um so soziale Vielfalt zu gewährleisten. Um uns an die größere Tiefe des Gebäudes anzupassen, arbeiteten wir mit eineinhalb und doppelten Höhen und vergrößerten gleichzeitig die vorhandenen Öffnungen, um eine angemessene Beleuchtung zu gewährleisten. Die Grundrisse wurden neu geordnet, um die Qualität der Wohnräume zu verbessern. Einige Wohnungen durchqueren das Gebäude, während die anderen einseitig organisiert sind. Jede Wohnung verfügt über einen Balkon oder eine Veranda, die durch ein Patchwork aus recycelten Fensterrahmen voll verglast sind. Die Aktivierung dieser Paneele durch die Bewohner soll eine lebendige Fassade schaffen. Im Inneren haben wir mit der Rohheit der Materialien gearbeitet, um die Geschichte unserer Intervention zu erzählen. Die Narben der Demontage im bestehenden Teil des Gebäudes werden belassen und kontrastieren zum weiß gestrichenen Wohnraum, auf welchen der von vollständig roh belassenen Materialien Außenraum folgt. Hier zeigt sich die Bauweise aus Ortbetonplatten, welche auf einer Scheibe aus recycelten Ziegelplatten gelagert sind.

Die Modelle zum Projekt werden im Schaufenster von Carta Pura in der Schellingstraße 81 in 80799 München ausgestellt.

Axonometrie
Armin Aschenbrenner, Salomé Trehin
Ansicht
Armin Aschenbrenner, Salomé Trehin
Grundriss
Armin Aschenbrenner, Salomé Trehin
Schnitt
Armin Aschenbrenner, Salomé Trehin
Innenraum
Armin Aschenbrenner, Salomé Trehin
Modell
Armin Aschenbrenner, Salomé Trehin