re:VIVA

Professur
Energieeffizientes und nachhaltiges Planen und Bauen
Projektarbeit

Interdisziplinäres Projekt (IDP)

Das IDP findet jedes Sommersemester im Master „Ressourceneffizientes und Nachhaltiges Bauen“ statt. Es ist eine Zusammenarbeit Studierender verschiedener Disziplinen wie Architektur, Bauingenieur- und Umweltingenieurwesen. In diesem Jahr war die Aufgabenstellung gekoppelt an das Forschungsprojekt „Grüne Stadt der Zukunft“. Es wurden nachhaltige Visionen und Konzepte für das Quartier Moosach in München für das Jahr 2050 entwickelt.

Konzept
Die behutsame Revitalisierung einer vernachlässig- ten, aber beachtlichen Struktur ist die Idee hinter dem Entwurf re:VIVA. Indem aus alten Strukturen neue Räume entstehen, welche sich dem Bestand und dem menschlichen Bedarf fügen, kann ein ge- sundes und nachhaltiges Areal wachsen. Die opti- male Anbindung zum ÖPNV erteilt Areal 2 die Rolle des Vermittlers zwischen Stadt und Quartier, darum wurden über die Arealsgrenze hinaus Straßen und Topographie für Fußgänger und Fahrradfahrer ange- passt und im Untergrund ein Mobilitätszentrum ein- gerichtet. Über großzügige Eingänge wird der Be- sucher willkommen geheißen und durch das Areal mitten ins Herz des Quartiers geführt.

Architektur
Durch einen respektvollen Umgang sowohl mit dem Baum- als auch mit dem Gebäudebestand entstehen aus den stringenten Zeilenbauten der Nachkriegs- zeit die charaktervollen Grundrisse, welche mittels horizontaler Erweiterungen eine gewisse Dreidimen- sionalität erzielen und dadurch den Raum zwischen den Zeilen einfangen. Klassische Erschließungszo- nen werden über Laubengänge zu einem Ort der Begegnung umfunktioniert, die Fassade geöffnet, der Weg gezielt geführt, brach liegende Grünfläche über spezifische Module wiederbelebt – all das, um Areal 2 fest in sich selbst und mit dem Quartier zu verknüpfen.

Nachhaltigkeit
Ziel muss es sein, über die Quartiersgrenze hinaus Anstoß zur Weiterentwicklung zu geben. Darum werden erneuerbare Energien aus Sonne und Geo- thermie Teil der räumlichen Struktur. Massive Spei- chertanks für ein Power-to-Gas System und semi- transparente organische Solarsegel werden gezielt dazu eingesetzt, potentielle Treffpunkte zu kreieren. Im Angesicht einer digitalisierten Zukunft muss Ener- gieversorgung wie nebenbei zur Selbstverständlich- keit werden. Ähnliches verfolgt das Wasser- und Biodiversitätskonzept, welches den Park bereichert. Bei den Gebäuden wurde der Bestand saniert, mit- tels Holzmassivbauweise erweitert und dabei be- wusste Aufmerksamkeit auf das Recyclingpotenti- al der verwendeten Stoffe gelegt. Bewusst gelegte Gemeinschaftsflächen und eine angepasste Um- nutzung stärken die soziale Nachhaltigkeit im Areal, ohne das Thema Privatsphäre in den Hintergrund zu drängen. Vorhandenes wird wiederentdeckt, Inno- vation geschickt etabliert und Diversität gefördert.

FIN_SP_Piazza
Lageplan des Areal 2
Lageplan
Die neuen alten Zeilen
Schnittperspektive Zeile
Freiraumgestaltung
Park-Intervention
Bestandserweiterung
Konzeptuelle An- und Aufstockung der Zeilen
Dach- und Erdgeschoss
Grundrisse zweier Zeilen