Monastero degli Zoccolanti

Professur
Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft
Projektarbeit

Das Kloster „monastero degli Zoccolanti“ in Torre del Greco, einer Stadt nahe Neapel in Italien, hat von seinem Bau im Jahr 1578 bis heute eine vielfältige Geschichte. Aufgrund seiner Lage am Fuße des Vesuvs hat es bereits drei Ausbrüche überstanden, die das Gebäude und seine Umgebung beschädigten, aber auch zu verschiedenen interessanten Merkmalen führten, die das historische Bild des Klosters bestimmen.
Ziel des Entwurfs ist zum Einen die Analyse des Bestands mit Fokus auf die teilweise erhaltenen Fresco-Malereien im Kreuzgang durch die Erstellung einer Material- und Schadenskartierung, sowie der Vorschlag für eine neue Nutzung als Museum, Bibliothek oder Schule nach der Restaurierung.

Abgesehen von dem ursprünglichen Zweck als Kloster wurde das Gebäude außerdem bereits als Fabrik, Hauptquartier eines Geheimbundes, Kaserne für das Militär, Schule, Waisenhaus und Kindergarten genutzt. Dieser Entwurf schlägt für die Zukunft die Nutzung als Bibliothek mit Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen vor.
Zur Zeit der Nutzung als Kloster lebten die Mönche in den kleinen Zellen des Obergeschosses, im Erdgeschoss gab es eine Küche, das Refektorium und weitere Räume. Die Bibliothek nimmt den historischen Zweck des Kloster als Ort der Kontemplation und Bildung wieder auf. Die Zellen im ersten Stock enthalten die Bibliothek mit Verwaltungs- und Studienräumen, während die größeren Räume im Erdgeschoss gemeinschaftliche Einrichtungen wie ein Café, Ausstellungs- und Veranstaltungsräume sowie einen Raum für digitale Medien enthalten . Die Änderungen am ursprünglichen Grundriss bleiben minimal. Die Bibliothek als öffentliches Gebäude, wird das ehemalige Kloster, das sich an einer prominenten Stelle im Herzen von Torre del Greco befindet, für jedermann zugänglich machen.
Vor ca. 10 Jahren wurde unterhalb des Klosters in unmittelbarer Nähe zum historischen Gebäude ein Parkhaus gebaut. Um den Kontext des Gebäudes wiederherzustellen, wird dieses abgerissen und der terrassierte Garten, in dem Wein und Gemüse angebaut wurden, wiederhergestellt.
Die drei Ausbrüche des Vesuvs haben eine wichtige Rolle in der Geschichte des Klosters gespielt, insbesondere der im Jahr 1794, als Lava das Gebäude erreichte und das Straßenniveau um etwa sechs Meter erhöhte, wodurch der Haupteingang im Erdgeschoss blockiert wurde. Das Ziel dieses Entwurfs ist es, mit der Restaurierung zu dem Stand nach diesem zweiten Ausbruch zurückzukehren. Die besonderen Eigenschaften in Folge der Vulkanausbrüche sollen im Rahmen der neuen Nutzung besonders hervorgehoben werden, beispielsweise an der „Lavawand“, die sich aus der Anhebung des Straßenniveaus im Norden ergibt, in einem Raum im Erdgeschoss, in dem die Lava in das Gebäude gelangt ist, bei dem Lavafeld im Süden, mit dem Brunnen im Hof aus Lavastein und auf dem Dach, von wo aus man einen Blick auf den Vulkan selbst hat.
Für die Nutzung nach heutigen Standards sind zwei unabhängige Treppenhäuser, sowie ein Aufzug notwendig. Diese sind so gestaltet, dass sie vom soweit möglich vom Bestand unabhägig sind und im Falle einer Nutzungsänderung rückgebaut werden können. Sie werden außerdem durch eine andere Architektursprache deutlich kenntlich gemacht. Während sich das Kloster aus massivem Tuffstein und mit relativ wenigen Öffnungen zeigt, sind die Ergänzungen als leichte Konstruktionen aus Stahl und Glas geplant.

Monastero degli Zoccolanti
Grundriss Erdegschoss mit Garten und Umgebung
Masterplan
Verteilung der Funktionen für die Umnutzung als Bibliothek, Erdgeschoss, Obergeschoss und Dachgeschoss © Sophie Oertle
Schnitte
Längsschnitt und Querschnitt durch den Garten © Sophie Oertle
Detailschnitte
Schnitte durch die neuen Treppenhäuser © Sophie Oertle
Kartierung
Material und Schadenskartierung am Beispiel der erhaltenen Fresco Malereien in Kreuzgang © Sophie Oertle
Perspektiven
3D Ansicht der Treppenhäuser © Sophie Oertle