Holy Green

Laura Jenneßen
Amelie Kessler
Alexandra Grama
Professur
Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege
Projektarbeit

Die Augustenstraße in München wurde von verschiedensten stadtplanerischen Ereignissen der Vergangenheit geprägt. Nach dem 2. Weltkrieg sollte durch die Verschiebung der Baulinie um 5m nach Westen die Straße zu einer der Hauptverkehrsachsen werden. Jedoch behielten einige Gebäude ihren ursprünglichen Standort bei, was zu einer vor- und zurückspringenden Gebäudefront führte. Der zwischen der historischen und der nachkriegszeitlichen Baulinie entstehende 5m-Spielraum bleibt weitestgehend ungenutzt. Vielleicht sogar unterschätzt? Kann das zufällige Ergebnis der städtebaulichen Historie den so dringend benötigten Raum in der Stadt der Zukunft bieten? Die notwendige Lebensqualität und ökologische Entwicklung in mitten der Dichte schaffen? Die Zusammenarbeit der Studentinnen aus Architektur, Landschaftsarchitektur und Urbanistik ergrü

Der steigende Wohnraumbedarf und die Flächenknappheit innerhalb der Stadtgrenzen sind wichtige und aktuelle Themen der Münchner Stadtplanung. „Neben weiteren Strategien wie zum Beispiel der Nachverdichtung der Blockinnenhöfe gibt es speziell in München die Option der Baulinienverschiebung.
Diese Option entstand durch die Verbreiterung einiger Straßen um 5m im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg, um den steigenden Verkehr aufnehmen zu können. Da dies jedoch nicht abschließend umge- setzt wurde, gibt es in der Augustenstraße ein ungenutztes Flächenpotenzial, das durch eine Rückführung der Baulinie auf den Vor- kriegszustand, und einen Anbau an der Gebäudefront freigesetzt werden kann. Das vorliegende Projekt setzt sich zum Ziel, dieses Potenzial zu untersuchen und festzustellen, inwiefern eine Baulinienverschiebung als Nach- verdichtungsstrategie sinnvoll ist.“ (vgl. Aufgabenstellung WS 19/20)
Einerseits kann in der Augustenstraße verdichtet werden und neuer Wohn- und Arbeitsraum entstehen, andererseits kann durch freiraumplanerische Maßnahmen ein großer Profit für das städtische Mikroklima und den öffentlichen Raum entstehen. Die richtige Balance zwischen Bau- und Grünvolumen ist die Herausforderung der 5m+.
Neben Anbau und Aufstockung der Gebäude soll auch das Grünvolumen die neuen Fassaden und Dachflächen erklimmen. Architektur und Pflanzen sind voneinander abhängig – sie teilen sich die statische Konstruktion und das ästhetische Bild. Sowohl in der Statik, als auch in der Technik der Kletterpflanzen findet man eine Y-förmige Formensprache, die nun das Fassadenbild prägt. Die grünen Säulen sind sowohl vom Außen als auch von Innen heraus erlebbar. Gegliedert werden die Fassaden durch vollständig begrünte Erschließungstürme, die bis auf die bestehenden Straße gehen und gleichzeitig neue Gemeinschaftsräume bieten. Die Dachflächen werden durch die Hausgemeinschaften genutzt. Im Straßenprofil wird weitestgehend auf den motorisierten Individualverkehr verzichtet.
Die Erhöhung und Verschmelzung von Grün- und Bauvolumen lässt sie gegenseitig auch voneinander profitieren. Die Wertschätzung des Grüns und die Kombination mit der Architektur lässt unter klimatischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten einen dichten, qualitätsvollen Lebensraum entstehen.
Grundriss EG | Terassenlandschaft Ostseite
Originalmaßstab 1:200
Schnitt und Schemen
Proportionen zwischen Neu, Bestand und Grün
Fassaden Ansicht
Fassaden Gestaltung durch Hauptelement - grüne Säulen
Grundriss Regelgeschoss
Wohnungen Variationen
Fassaden Fragment / Kollage
Innere und äußere Räume - Verbindung
Fassaden Fragment / Kollage
Innere und äußere Räume - Verbindung