FACADE OF THE FUTURE – 3D gedruckte Fassade

Oliver Tessin
Luc Morroni
Professur
Entwerfen und Gebäudehülle
Forschungsarbeit

Aufgrund der Sichtbarkeit des Forschungsprojekts ‚Fluid Morphology‘ aus der Forschungsinitiative ‚3D Printed Building Envelopes‘ von Moritz Mungenast an der Professur für Entwerfen und Gebäudehülle hat sich das erste Anwendungsprojekt am Deutschen Museum in München ergeben: Eine temporäre 3D-gedruckte Fassade für den Interimseingang, entworfen von 3F Studio, Moritz Mungenast, Oliver Tessin und Luc Morroni.

Das Deutsche Museum München ist nach Ausstellungsfläche das größte Wissenschafts- und Technikmuseum der Welt. Jährlich wird das Museum von ca. 1,5 Millionen Menschen besucht und stellt rund 28.000 Objekte aus ca. 50 Bereichen der Naturwissenschaften und der Technik aus. Das Museum befindet sich mitten in einer umfassenden Renovierung und sieht das Fassadenprojekt als Möglichkeit, Innovation, Technik, Forschung und Zeitgeist als Sinnbild für das Deutsche Museum zusammenzuführen und eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Die 3D-gedruckte Fassade soll den Interimseingang zur Isar hin umhüllen. Der Interimseingang ist während der fünfjährigen Umbauphase der Haupteingang und liegt mit direkter Anbindung zur Isar an einer sehr attraktiven Stelle und ist weithin sichtbar. Zahlreiche Sichtbezüge auf die Fassade gibt es bereits von mehreren
Isarbrücken und ermöglichen so für eine hohe öffentliche Wahrnehmung. Der Fassadenentwurf für dieses Forschungsprojekt stammt von 3F Studio. Die einzigartige Gestaltung des Fassadenentwurfs vereint Verschattung, Belichtung, formintegrierte Öffnungen und die Nutzung eines recyclebaren Kunststoffs PETG. Die Abmessungen der Fassade betragen ca. 55m Länge und 15m Höhe. Daraus ergeben sich 750m2 Fassadenfläche mit einer Masse von ca. 12 Tonnen. Diese Dimension ist eine weitere Herausforderung in der Herstellung und würde zu der derzeit weltgrößten 3D-gedruckten Konstruktion werden.
Im Januar 2019 hat die Stadtgestaltungskommission dem Bauvorhaben einstimmig zugestimmt. Für die Umsetzung ist eine Zustimmung im Einzelfall 2019 erteilt worden. Folgende Prüfungen wurden durchgeführt: Brandverhalten, Standsicherheit, UV-Beständigkeit, bauphysikalische Eigenschaften, Druckqualität, Druckdauer
und Verformung. Für den Standsicherheitstest wurde ein Fassadenausschnitt mit Unterkonstruktion mit den Maßen 3,80m Höhe und 1,80m Breite hergestellt und dadurch wurde die technische Marchbarkeit bewiesen und der Weg für weitere Projekte und Entwicklungen geöffnet. Des Weiteren hat sich aus diesem Forschungsprojekt eine Ausgründung der TU München für zukünftige Umsetzungen von 3D-gedruckter Architektur ergeben.
3F STUDIO
3F Studio, gegründet von Moritz Mungenast, Oliver Tessin und Luc Morroni, ist ein Spin-off der TU München und Studio für innovative 3D-gedruckte Architektur und Gestaltung, mit dem Ziel neue Technologien sinnvoll für die zukünftigen Herausforderungen im Bauwesen einzusetzen.
www.3fstudio.de

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3D-gedruckte Fassade Interimseingang Deutsches Museum München Standsicherheitstest
Copyright: 3F Studio
3D-gedruckte Fassade Interimseingang Deutsches Museum München Blick von Corneliusbrücke
Fassadenentwurf: 3F Studio Visualisierung: nuur