Erker³

Dimitri van de Sijpe
Christine Wegscheider
Marie Scholtissek
Marta Goergens
Professur
Green Technologies in Landscape Architecture
Projektarbeit

Das Projekt entstand im Rahmen des interdisziplinären Masterprojektes 5m+ des Architekturlehrstuhls für Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege, sowie den beiden Landschaftsarchitekturlehrstühlen Green Technologies in Landscape Architecture und Landschaftsarchitektur im öffentlichen Raum. Aufbauend auf der Masterthesis von Tobias Haag stand die Schaffung von Wohnraum, hauptsächlich durch Nachverdichtung, im Fokus. Am Beispiel der Augustenstraße wird das Potential der, durch eine Baulinienverschiebung nach dem zweiten Weltkrieg entstandenen, Fläche untersucht. Verdichtung wird im Sinne der dichteren Nutzung von Wohnraum aber auch von öffentlichem, dem Klimawandel angepasstem Freiraum verstanden. Der Fokus der Planung liegt auf einem Straßenabschnitt, im Rahmen des Projektes wurde jedoch ein Konzept für die ganze Straße erarbeitet.

Die Planung bezieht sich auf den zwischen Schelling- und Zieblandstraße befindlichen Abschnitt der Augustenstraße, welche das Bahnhofsviertel mit Schwabing-West verbindet.
Charakteristisch für die Augustenstraße ist der Versprung der Gebäudelinie um 5m, wodurch sich das Bild der Straße stetig ändert. Dieser Versprung entsteht durch den Wechsel vorkriegszeitlicher Bauten mit Gebäuden der Nachkriegszeit und ist der Raum, welcher durch den Entwurf architektonisch und freiraumplanerisch neugedacht wird. Im Planungsabschnitt befindet sich ein denkmalgeschütztes Gebäude, sowie eine Baulücke. Die derzeitige Erdgeschossnutzung, bestehend aus Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistern prägt die Bespielung des Außenraums maßgeblich. Der Erhalt dieser Vielseitigkeit und der unterschiedlichen Raumqualitäten steht im Zentrum des Entwurfs und wird in Form von Erkern und einem vielschichtigen Freiraum umgesetzt.
Die Architektur besticht durch einen Mix aus Geradlinigkeit und verspielten Details. Baubotanik und Fassade verschmelzen miteinander und beeinflussen sich in ihrer Formensprache. Im Inneren werden die Wände der Bestandsgebäude aufgebrochen und es entstehen offene, lichtdurchflutete Räume. Die Grundrisse ermöglichen eine flexible Nutzung der Räume und schaffen ein Angebot für verschiedene Wohnformen. Die Erker vergrößern den Wohnraum um 5m und schließen an die ursprüngliche Baulinie an. Im Erdgeschoss öffnen sich die Gebäude in Form von Arkaden, wodurch ein fließender Übergang zwischen Innen- und Außenraum entsteht, wobei sich die Nutzung am Bestand orientiert und in dessen Diversität erhalten bleibt.
Der Außenraum geht durch die Arkaden und die, zwischen den Erkern entstehenden, Nischen in das Gebäude über. Daneben spiegelt sich auch die Architektur in der Formensprache und Materialität des Freiraums wider. Insbesondere die Baubotanik schafft eine Symbiose mit der Architektur und wandelt die Fassade und das Straßenbild aufgrund des Wachstums über Jahrzehnte hinweg. Als Baumarten finden Obstgehölze Verwendung, welche mit der jahreszeitlichen Farbigkeit der Blätter und Blüten die Farben der Fassaden vervollständigen. Neben dem dekorativen Aspekt sorgt der Bewuchs für Schatten, speichert CO2 und schafft ein Habitat für Tiere.
Beete in verschiedenen Höhen werden als Rain Gardens angelegt. Sie dienen der Gliederung des Raumes, sind Sitzgelegenheit aber auch Wasserspeicher, wodurch das Mikroklima der Straße verbessert wird. Auch die Verkehrsführung wird von den Beeten beeinflusst und durch die punktuelle Verschmälerung der Fahrbahnen entschleunigt.
Die Kreuzungen werden von urbanen Plätzen begleitet, die sowohl von der Gastronomie als auch unentgeltlich genutzt werden könn

Bild1
Isometrie M 1:200
Isometrie des Planungsgebietes Augustenstr. 105-111
Lageplan M 1:100
Lageplan des Entwurfs mit Grundrissen des Erdgeschosses
Grundriss OG
Detail eines Regelgeschossgrundrisses mit integrierter Baubotanik
Schnitt B-B'
Querschnitt mit Blick Richtung St. Josephs Kirche (Schwabing-West)
Baubotanik
Jahreszeitliche Aspekte der Baubotanik und dessen zeitliche Entwicklung