AUFBRUCH

Felix Brugger
Ludwig Gähler
Professur
Landschaftsarchitektur und industrielle Landschaft
Projektarbeit

Rostrot thront der Erzberg 700 Meter über der Stadt. Seit fast 800 Jahren werden dort Erze abgebaut, und der Mensch hinterlässt eine unübersehbare geologische Spur – ein Zeichen des Anthropozäns. Welche Rolle wird der aufgerissene Erzberg in Zukunft für die Stadt Eisenerz und die Region spielen – faszinierendes Neuland oder ewig klaffende Landschaftswunde? Der Oswaldirücken gilt als das „Tor zum Erzberg“ und ist Zugang zum aktiven Bergbaugebiet. Im Rahmen eines Bachelorprojektes im 7. Semester wurde dieses Teil-Areal landschaftsarchitektonisch neu gestaltet. Die Interventionen sollten das aktuelle Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt, Industriegeschichte und Alpenidyll treffend thematisieren.

Der Oswaldirücken stellt die Grenze zwischen der ursprünglichen, naturnahen Kulturlandschaft und dem stark anthropogen überformten Bergbaugelände dar. Der Entwurf zielt auf die Stärkung und Inszenierung dieser starken Grenze ab, um die Eigenart des Raumes zu präsentieren und erlebbar zu machen. Als Inspirationsquelle und gestalterischen Archetyp dient das Gemälde „Eismeer“ von Caspar David Friedrich das mit seinen aufgetürmten Bruchstücken einen vergleichbaren Ausdruck von gewaltvoll gegeneinander wirkenden Kräften darstellt.
Im Entwurf wird diese archetypische Inspirationsquelle durch eine stark überformte Topografie und eine geometrisch klar abgegrenzte Landschaft wiedergegeben. Der Oswaldigipfel, von dem man einen guten Blick auf die Stadt Eisenerz hat, wird mittels Sprengung klar abgegrenzt. Der Glück-Auf-Stollen bleibt erhalten und wird mit einem Aussichtsbalkon versehen. Im nördlichen Bereich bildet ein neuer, mit taubem Gestein aufgeschütteter, Aussichtspunkt einen Gegenpol zum Oswaldigipfel, von dem aus man einen guten Ausblick auf den weitläufigen Schlammsee mit seinem markanten Fließmuster hat. Dazwischen entsteht ein neuer Platz für das zukünftige Zentrum des Oswaldirückens. Begrenzt wird dieser im Norden durch eine gastronomische Einrichtung mit 200 Sitzplätzen und im Süden durch eine multifunktional nutzbare Eventlocation mit Infocenter zum Bergbau. Die Gebäude werden in die Topografie integriert, sodass das gestalterische Konzept weiter gestärkt wird. Im Osten schließt sich an den Platz eine ebene Fläche an, die Raum für zukünftige Großveranstaltungen bietet.