Architekturinstitut Archifactory

Nele Riesenbeck
Rafael Glaser
Professur
Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege
Projektarbeit

Prof. A. Hild

Assistenten: Barbara Brinkmann, Tatiany Stamatelatos, Andreas Wolf Schulze

Thema des Semesterprojekts der Professur für Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege, war die Aufstockung des Verwaltungsbaus, dem Gebäude 0510 auf dem Stammgelände der Technischen Universität München, unter dem Titel „Architekturinstitut“. Das Projekt „Archifactory“ zielt darauf ab, den gesamten Verwaltungsbau strukturell zu diesem Architekturinstitut umzugestalten. Ziel dieser Umgestaltung ist die nähere Vernetzung der Architekturfakultät und das Schaffen von neuen Lehrstuhl- und Semesterübergreifenden Austausch- und Berührungspunkten zwischen Studenten, Professoren und Assistenten. Hierfür werden im Bestand Räumlichkeiten für insgesamt vierzehn Lehrstühle, dem Dekanat, der Verwaltung, der Architekturbibliothek und einer Ausstellung geschaffen.

Die „Archifactory“ besteht im Grunde aus zwei Grundbausteinen. Dem Bestand, welcher strukturell in der Sprache des „Palais de Tokyo“ von Lacaton & Vassal überarbeitet wurde, sowie der Aufstockung, für welche die „Trumpf Smart Factory“ von Barkow Leibinger als Referenz diente. Beide Bausteine nutzen dabei die These der Fabrik.
Im Bestand wird der Bestehende „Vitruviushof“ überbaut und durch wenige architektonische Eingriffe zu einer in sich erschlossenen Ausstellung umgenutzt. Des Weiteren werden die Räumlichkeiten des bisherigen Verwaltungsbaus leicht verändert und mit neuen Nutzungen belegt, um den räumlichen Ansprüchen eines Architekturinstitutes gerecht zu werden.
Durch eingestellte Stahltreppen werden der Bestand und die Aufstockung miteinander verbunden. Es findet eine Vernetzung zwischen den Bausteinen des Projektes statt und ein Raum der Begegnung entsteht. Darüber hinaus wird durch die eingestellten Treppen ein Skywalk im Tragwerk der Aufstockung erschlossen, welcher den Prozess des Herstellens und Entwerfens somit zu einem erlebbaren Teil der Ausstellung macht.
Der komplette Werkraum der Aufstockung wird mit einem großen Tragwerk aus Vierendeelträgern frei überspannt. Höhenunterschiede zwischen dem bestehenden Vorhölzerbau und der Aufstockung, sowie der Überbauung des Hofes werden ehrlich gezeigt und durch Treppen und Rampen mit Geländern in industriellem Stil zelebriert. Im Zentrum der Aufstockung befindet sich der „Maschinenraum“, welcher die Studierenden bei Modellbautätigkeiten unterstützt und auf kürzestem Wege Zugang zu Plottern, Lasercuttern und Styrocuttern ermöglicht. Hinter der einzigen, freistehenden Wand in der Aufstockung, wird der bestehende Höhenunterschied genutzt, um einen abgetreppten, Amphitheater-ähnlichen Raum für Testate und Besprechungen zu bieten. Der restliche Raum bietet die Möglichkeit, von Studierenden frei bespielt zu werden.
Um Neubau und Bestand noch enger in Bezug zu bringen werden die im Bestand (Vitruviushof) nicht mehr genutzten und ausgebauten Wendefenster in die Neue, vor dem eigentlichen Tragwerk liegende, Pfosten-Riegel-Fassade der Aufstockung eingesetzt und bilden somit maßgeblich die neue Fassade aus. Durch eine vorgehängte Verkleidung aus Streckmetall wird die Verschmelzung von Neubau und Bestand aus dem Inneren auch äußerlich sichtbar.
So entstand ein Projekt, welches bewusst aus zwei sehr unterschiedlichen Bausteinen besteht. Diese sind jedoch so miteinander verwoben, dass Bekanntes neu erlebbar wird und Neues entsteht, das bereits bekannt vorkommt.

Axonometrie
Nele Riesenbeck, Rafael Glaser
Schnitt
Nele Riesenbeck, Rafael Glaser
Grundriss
Nele Riesenbeck, Rafael Glaser
Dreitafelprojektion
Nele Riesenbeck, Rafael Glaser
Innenraum
Nele Riesenbeck, Rafael Glaser
Innenraum
Nele Riesenbeck, Rafael Glaser