Netzwerk Sendling

Hannah Horn
Juri Nitz
Theresa Zierer
Professur
Landschaftsarchitektur und industrielle Landschaft
Projektarbeit

Hier wurden vierköpfige Projektgruppen aus jeweils 2 Architekten und 2 Landschaftsarchitekten formiert. Wir mussten ein neues Stadtquartier entwerfen unter Berücksichtigung von Struktur und Dichte, Nutzungsvielfalt, Freiraum und öffentlicher Raum, Verbindungen und Ränder, Wohnen, Architektonischer Ausdruck, Bestand als Teil der Strategie sowie Arbeit auf unterschiedlichen Maßstabsebenen.

Der Entwurf verfolgt drei zentrale Ziele. Wir wollen…

1 Treffpunkte schaffen, die ein neues Gefühl von Nachbarschaft und Identifikation im Gebiet erzeugen

2 Eine gemischte und offenen Gemeinschaft an Menschen zusammenbringen und

3 Viel neuen und bezahlbaren Wohnraum schaffen

Wir haben im Entwurfsgebiet als wichtigstes Problem analysiert, dass durch das Nebeneinander von Gewerbe des Großmarktes und der endenden Wohnbebauung zwei Parallelwelten entstehen. Dabei dominiert die gewerbliche Nutzung und erzeugt einen hohen Grad an Anonymität. Es ergeben sich Situationen, in denen die Wohnhäuser kein Gegenüber haben und somit auch kein Raum für Nachbarschaft aufgespannt wird.

Zudem bieten die öffentlichen Freiräume nur eine geringe Aufenthaltsqualität, womit die Verlagerung von nachbarschaftlicher Aktivität an diese Orte auch eingeschränkt ist. Durch die Kombination unserer Ziele wollen wir diesem Problem entgegenwirken. Darüber hinaus gibt es ein modernisiertes Mobilitätskonzept, das besonderen Wert auf Sharing-Angebote und Reduktion des privaten PKW-Verkehrs legt. Wir greifen mit einem neu interpretierten Hofsystem in das Gebiet ein. Dabei entsteht durch massive Volumen viel neuer Wohnraum, der eine große Menge an unterschiedlichen Menschen aufnehmen kann.

In den Höfen entwickelt sich ein vielfältiges Freiraumangebot, das die Grundlage für eine partizipative Nachbarschaft zwischen alten und neuen Bewohnern bildet. Um darüber hinaus ein gebietsübergreifendes Miteinander zu ermöglichen, entsteht im nördlichen Bereich ein vollkommen neues urbanes Umfeld. Hier konzentrieren sich öffentliche, gewerbliche und soziale Nutzungen rund um ein neues Platzsystem, das den Gotzinger Platz, die Neubebauung und die Großmarkthalle verbindet. Es spannt sich eine neue Lebensader durch das Gebiet auf, in deren Zentrum eine vor allem an die Gemeinschaft gerichtete Shared-Space-Zone liegt. Durch die Abfolge verschiedener Atmosphären auf den drei Plätzen, werden vielfältige Möglichkeiten der Begegnung und des Aufenthalts generiert.

Ergänzend bieten die entstandenen Volumen optimale Voraussetzungen für unterschiedliche Wohnformen und gewerblicher Nutzung, die alle Zielgruppen ansprechen. Wir haben Gebäude entworfen, die sich für Genossenschaften genauso eignen, wie für Privatpersonen und ermöglichen durch Integration von gemeinschaftlichen Flächen und Angeboten jedem im Gebiet an einer belebten Nachbarschaft teilzuhaben. Die Verteilung der Wohnungsgrößen richtet sich nach der Nachfrage für Mietwohnungen in München und wird ergänzt durch ein Studentenwohnheim und einer Einrichtung für betreutes Wohnen. Unser Konzept funktioniert durch das Hereinholen vieler unterschiedlicher Menschen in das Gebiet, die sich mit dem neuen Viertel identifizieren.