InBetween – Following Munich’s Landscape Triangle

Melissa Apolaya
Benjamin Németh
Professur
Landschaftsarchitektur regionaler Freiräume
Projektarbeit

Um der Nachfrage nach Wohnraum in München gerecht zu werden, reicht eine ausschließliche Konzentration auf die Nachverdichtung der innerstädtischen Lagen nicht aus. Dementsprechend rück(t)en in den letzten Jahren die noch unbebauten Stadtrandlagen in den Fokus der Stadtentwicklung. Seit 2017 wird zudem über den Münchener Norden um Feldmoching intensiv nachgedacht. Die hier vorgestellte Projektplattform entwickelt eine landschaftsarchitektonische Perspektive zur künftigen Landschafts- und Siedlungsentwicklung im Münchener Norden. Ziel ist es, diesen Raum nicht mehr funktionalistisch und zentralistisch als Peripherie, Umland, Randland oder Grüngürtel zu betrachten, sondern als charaktervolle, geschichtlich gewachsene Raumqualität zu verstehen, die Wachstum zulässt und gleichzeitig Freiraum einfordert.

Ziel des Projekts ist es, eine Antwort auf die Wachstumsbedürfnisse der Großregion München zu finden. Im Gegensatz zur gängigen Praxis, bei der rational wirtschaftliche und infrastrukturelle Interessen berücksichtigt werden, schlagen wir vor, die neu entstehenden Strukturen sinnvoll in das bestehende Landschafts- und Raumsystem zu integrieren bzw. aus diesem heraus zu entwickeln.
Das „Dazwischen“ verbindet und hält alles zusammen. Es bleibt in seiner Ausformung flexibel und kann bei Bedarf uminterpretiert werden und so auf zukünftige Probleme (Wachstum, Schrumpfung, Klimawandel) reagieren.
Die Morphologie der Münchner Ebene bildet eine landschaftliche Einheit in Form eines Dreiecks. Die Zukunftsvision definiert den inneren Bereich des Dreiecks als die Stadt München mit primär städtebaulicher Entwicklung. Außerhalb des Dreiecks ist vor allem die ländliche Entwicklung vorgesehen. Diese klare Abgrenzung schreibt in beiden Gebieten keine vorgegebene Lebensweise vor. Es soll jedoch verhindert werden, dass es zu einem völligen Angleichen und damit zu einer generischen Gleichgültigkeit bei der Planung der Gebiete kommt. Durch die Antizipation der Entwicklung von Landschaftsstrukturen wird versucht, das Wachstum in Wege zu lenken, die offen sind für individuelle Bedürfnisse, aber gleichzeitig den Gesamtzusammenhang im Auge behalten, was letztlich einen positiven Impuls für die gesamte Region bringt. In einer Vision für eine sozial und ökologisch gerechte Zukunft entwickelt sich eine Fortführung und Aufwertung der bestehenden Landschaftsstrukturen rund um München.
Exemplarisch werden vier konkrete Orte als Annäherungen an die vier Situationen untersucht.
INNEN VERBUNDEN: Eching, wo mitten in der Heidelandschaft ein völlig neuer Stadtteil entsteht.
AUßEN VERBUNDEN: Vierkirchen, das als Kleinstadt mit S-Bahnanschluss, aber gemeinsamen Grenzgebieten in natürlicher Umgebung mit einem neuen Gebiet entwickelt wird.
INNEN NICHT ANGESCHLOSSEN: Neufahrn, bei dem eine Akzentuierung der primären linearen Landschaftsstrukturen und Knotenpunkte im Vordergrund steht, um die Verbindung zwischen innen und außen zu stärken.
AUßEN NICHT VERBUNDEN: Hohenbercha, wo Landschaftseinheiten einen Infrastrukturknotenpunkt an herausragenden Standorten als gemeinsamen Anlaufpunkt erhalten, um die kulturelle und infrastrukturelle Versorgung im ländlichen Raum auch in Zukunft zu gewährleisten.
Die allgemeinen Entwicklungsvorschläge gelten für die vier Situationen immer in gleicher Weise, sehen aber in jeder Landschaft anders aus. Entwürfe orientieren sich an den Charakteristika von 10 im Umland herausgelesenen Atmosphären.

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München 2019 ©️ Apolaya, Németh, Treichel
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München 2019 ©️ Apolaya, Németh, Treichel
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München 2019 ©️ Apolaya, Németh, Treichel
InBeetween - Detail Eching
München 2019 ©️ Apolaya, Németh, Treichel
InBeetween - Detail Vierkirchen
München 2019 ©️ Apolaya, Németh, Treichel
InBeetween - Detail Hohenbercha
München 2019 ©️ Apolaya, Németh, Treichel