ADD-ON ADORF

Sophia-Maria Elender
Rebecca Heinzler
Professur
Entwerfen und Konstruieren
Projektarbeit

Das Projekt beschäftigt sich mit leerstehenden Gebäuden in Adorf im Vogtland. Durch den demographischen Wandel steht die Gemeinde vor der Herausforderung lebendig zu bleiben und den sich verändernden Bewohnerstrukturen nachhaltige Entwicklungsräume anzubieten. Dabei bieten vor allem ungenutzte Gebäude im Ortskern attraktive Möglichkeiten für junge und alte Bewohner.
Nach einer Auseinandersetzung mit den Bestandsgebäuden sollten im nächsten Schritt Ansätze entwickelt werden, die eine Antwort auf die Frage „How will we live together?“ geben und zeitgemäße Wohn- und Lebensmodelle für Adorf aufzeigen.
Der Entwurf bearbeitet drei baugleiche Wohnhäuser in der Freibergerstraße. Die Ein- und Zweiraumwohnungen der Anfang der 80er erbauten Dreispänner sind auf ein Minimum reduziert und entsprechen nicht der heutigen Idee des Wohnens.

Bei der Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten der Bestandsgebäude wurde bewusst, dass diese Gebäude bereits einiges leisten. Vor allem die dem Gebäude konstruktiv zugrundeliegende Schottenstruktur bietet großes Potential, um neue Wohnungstypen zu integrieren.
Durch wenige und gezielte Eingriffe soll alles, was den Gebäuden bisher fehlt, generiert werden. Barrierefreiheit, Gemeinschaft, Freiraum und Terrassen und diverse Wohnungstypen für verschiedenste Formen des Zusammenlebens.
Durch das Herausnehmen der drei Bestandstreppen wird ein gemeinsamer Aufenthaltsraum und Eingangsbereich für die Bewohner geschaffen, der zum vermittelnden Gelenk wird und die Interaktion stärken soll. Die Schottenstruktur bleibt erhalten. Mithilfe von einigen Durchbrüchen werden verschiedene und größere Wohnungstypen geschaffen.
Zudem wird dem Bestand eine ergänzende Schicht aus Holz vorgelagert, die den ungenutzten Hinterhof aktiviert, die Wohnräume erweitert, über Rampen eine neue und barrierefreie Erschließung ermöglicht und Räume zum Sitzen und Zusammenkommen für alle Bewohner öffnet.
In der aus Massivholz konstruierten Schicht entsteht eine Dualität zwischen offen und geschlossen, bzw. zwischen privatem, thermisch warmem Raum und der kalten Erschließung und den sich öffnenden Plätzen vor den Gemeinschaftsräumen.
Durch diese Herangehensweise wird nur in das hintere Drittel des Bestandes eingegriffen.
Zusätzlich wird durch einen Tiefhof mit unterschiedlichen Plateaus das Untergeschoss den Adorfern zugänglich gemacht und ein Treffpunkt für Feste, Ausstellungen, Freiluftkino und vielen anderen Aktivitäten hergestellt.

Perspektive
Blick durch Bestandsergänzung
Konzept
Bestandsergänzung
Grundriss
Regelgeschoss
Detailansicht
Veränderung der Bestandsfassade durch vorgelagerte Schicht
Detailschnitt
Anschluss Erweiterung an den Bestand
Szenarien Hof
Ausstellungen, Aufführungen, Zusammenkommen