Raum, Verhalten und Selbst­wahrnehmung

PublikationProfessur
Theorie und Geschichte von Architektur, Kunst und Design
Seminararbeit

Im Bereich des Seminars zu Geschlechterdiskursen in der Architektur wird hier das Thema behandelt, inwiefern Raum und Architektur einen Einfluss auf die (Selbst)Wahrnehmung, Entfaltungsmöglichkeiten und Vorgehensweise des Einzelnen bzw. bestimmter Nutzergruppen haben kann, und wie sich dies über die Zeit auf die Rollenverteilung nach Geschlechtern ausgeübt hat. Dazu wird insbesondere darauf geachtet, wie die konkreten physischen Gegebenheiten um einen herum —im intimen und persönlichen Umfeld des Wohnhauses sowie im Bewegungsraum des Alltags— sich auf das Unterbewusstsein auswirken, und wie dies wiederum die Existenz bedingt.

Das Thema wird erstmal durch eine Untersuchung zweier Texten angegangen, die Aspekte zum Thema Raum und Verhalten schildern und analysieren. Dies geschieht einerseits aus dem Blickpunkt einer Architekturtheoretikerin (Beatriz Colomina in „The Split Wall“) und andererseits aus dem eines Architekturlaien (Virginia Woolf in „A Room of One’s Own“). Somit werden die Perspektiven eines vom Architekturstudium geschulten Blickes sowie die des reinen Nutzers abgewogen und miteinander verglichen.

Für die Gliederung der Arbeit wurde der Text von Virginia Woolf als Leitfaden aufgegriffen und währenddessen Bezüge zu den Gedanken in Beatriz Colominas Essay erstellt. Colomina untersucht gezielt Wohnbauten, Darstellungsweisen und Gedankengänge von Adolf Loos und Le Corbusier und die möglichen Bezügen/Haltungen zur Sexualität, während in Woolfs Text der Alltagsverlauf einer fiktiven weiblichen Figur in dem England ihrer Zeit thematisiert wird, indem ihr Verhalten und ihre Gedanken dabei im Stil des Bewusstseinsstroms geschildert werden.