Gender und Häuslichkeit

Judith Abele
Professur
Theorie und Geschichte von Architektur, Kunst und Design
Seminararbeit

Im Rahmen des Seminars «Geschlechterdiskurse in Bauten, Bildern und Texten» soll die Arbeit das Verhältnis zwischen Architektur und Geschlechterdifferenz untersuchen. Mit Hilfe von Texten der auf die Architektur bezogene Gender- Debatte, wird die Bedeutung von Geschlecht, Häuslichkeit und öffentlicher Raum erörtert und im Zusammenhang der historisch-gesellschaftlichen Entwicklungen betrachtet.

Die Arbeit setzt sich mit der Vergeschlechtlichung von Raum konkret mittels zweier Texte auseinander. Anhand des Textes von Beatriz Preciado «Pornotopia» leitet eine genaue Betrachtung der architektonischen Konzeption, die Hugh Hefner sich Mitte der Fünfziger vorgestellt hat, zu einem Verständnis von häuslichem Voyeurismus nach Beatriz Colomina in «The Split Wall» über. Beatriz Preciado erläutert dabei die genaue Ausstattung des, von dem Gründer des Herrenmagazins erdachten, idealen Single-Apartments. Das mit technischen Vorrichtungen ausgestattete, rotierende Bett gehörte dabei beispielsweise zum wichtigsten Möbelstück des Häuslichen. Beatriz Colomina beschreibt die Gebäude von den zwei Architekten: Adolf Loos und Le Corbusier und zeigt die Beziehungen zu den Gender- Themen auf. In beiden Lektüren geht es darum, wie das Geschlecht die Grenze zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre definiert, sogleich auch auf unterschiedliche Weise.

Rundes Bett im Playboy- Junggesellen- Apartment
München, 2020 ©Joe Wolf
Playboy Townhouse 1962
München, 2020 ©Joe Wolf