Sektionalwohnen

Jonas Krause
Leah Würschinger
Professur
Raumkunst und Lichtgestaltung
Projektarbeit
Die Welt der Exposés - deren Sehnsüchte, Hoffnungen und Versprechen von Luxus sind der Ausgangspunkt des Projektes. Die Pläne und Bilder eines realen, sich im Bau befindlichen Projektes eines Bauträgers sind die Grundlage. Mit einfachen, pragmatischen Maßnahmen galt es den Entwurf des Bauträgers effizient und wirtschaftlich „umzuentwerfen“. Denn dieser, so die Vermutung, passt bereits in ein paar Jahren nicht mehr zu den Bedürfnissen und Notwendigkeiten der Gesellschaft. Dieser sogenannte „Umbau 2035“ nimmt eine in spätestens 15 Jahren erforderliche Intervention vorweg. Anhand des konkreten realen Projektes wird dabei gezeigt, dass das nicht mehr zeitgemäße Projekt des Bauträgers mit einfachen, pragmatischen Mitteln in eine flexible, effiziente, kollektive Wohntypologie umgewandelt werden kann.
Die Transformation geschieht zum einen durch das Auflösen der bestehenden Teilung des Drei- und Zweispänners. Zum anderen durch die Neuorganisierung der bisher starren Gliederung zu einer robusten Struktur mit flexibel an unterschiedliche Lebenssituationen anpassbare Wohnungsgrößen. Die Mitte des Grundrisses wird aufgebrochen, um eine längs durch das Gebäude verlaufende, verbindende, gemeinschaftliche Zone zu schaffen. Die beidseitig an diesen internen Boulevard anschließenden Wohnungen lassen sich über Sektionaltore vollständig zu dieser Mittelzone öffnen. Durch das Öffnen des Sektionaltors können die Bewohner je nach Bedarf ihre individuelle Wohnfläche erweitern und aus ihrem privaten Wohnbereich „herauswohnen“, um an einer ungezwungenen Gemeinschaft teilzuhaben. Alle Räume sind zudem intern über eine „Enfilade“ miteinander verbunden. Das ermöglicht ein flexibles Zu- und Wegschalten von Räumen zwischen verschiedenen Wohneinheiten. Dadurch lassen sich Wohnungsgrößen und -konfigurationen individuell auf die beispielsweise aufgrund des Alters wechselnden Lebenslagen anpassen. Die Fassade des bestehenden Bauträger-Entwurfs bleibt weitestgehend intakt. Allerdings ersetzt eine, das gesamte Gebäude umspannende Gerüstkonstruktion die bisherigen Einzelbalkone. Bei dieser Umhüllung handelt es sich um ein konventionelles, ökonomisches Baugerüst mit Wetterschutzdach. Dieses Gerüst ist mit purpurfarbenen Glas-Fotovoltaik-Elementen beplankt. Diese fungieren einerseits als Brüstung und zeigen anderseits, wie pragmatische Fotovoltaik-Module neben dem funktionalen Aspekt der Energiegewinnung, dem Gebäude einen fast ornamentalen Ausdruck geben können.
Gruppe-06-Krause-Wuerschinger-Lochhausen-II-VIS-ARCH-aussen-1
Perspektive
Fassade
Video
gemeinschaftliche Mittelzone
Perspektive
Innenraum
Perspektive
gemeinschaftlicher Dachgarten
Grundriss
Regelgeschoss