Patchwork Lab

Nico Kaczmarek
Melissa Pearson
Karolin Schneider
Professur
Landschaftsarchitektur regionaler Freiräume
Projektarbeit
Das Konzept 'Patchwork-Lab' ist ein Vorschlag dafür, wie die Lausitz, die von Braunkohleabbau und Tagebaufolgelandschaften geprägt ist, zukünftig gestaltet werden kann, um der Region einen nachhaltigen und attraktiven Charakter zu verleihen. Der Titel des Projektes beschreibt eine diverse Landschaft mit verschiedenen Qualitäten, deren unterschiedliche Strukturen miteinander verknüpft oder 'vernäht' sind. Da die Landschaft zu großen Teilen nicht 'gewachsen' ist, weist sie stellenweise einen experimentellen landschaftlichen Charakter auf.
'Die Lausitz ist gebrochen durch den Tagebau und noch nicht verheilt' ist ein Gedanke, der die Situation sehr prägnant beschreibt. Bei der näheren Betrachtung fällt auf, dass es einige Gebiete der Region Lausitz gibt, die als 'passive Elemente' in der Landschaft existieren. Für Flächen, auf denen noch aktiver Tagebau stattfindet, wird im Konzept eine Lösung für die Folgenutzung angeboten, des Weiteren werden Methoden aufgezeigt, wie man die Integration der bereits gefluteten oder rekultivierten Flächen fördern kann. Daraus ergibt sich das Leitbild eines Wassertropfens, der bei den aktuellen passiven Elementen eingeschlossen ist und somit nicht auf das Umland wirken kann. Durch den Konzeptgedanken von 'Patchwork Lab' werden die Grenzen durch eine erfolgreiche Integration der passiven Elemente aufgelöst, indem die Flächen mit dem Umland „vernäht“ werden. Der Wassertropfen bzw. Impuls der Veränderung kann somit auf die angrenzenden Landschaften wirken und eine gemeinsame Entwicklung anstoßen. Durch die landschaftliche Integration der passiven Elemente können unterschiedliche Ziele erreicht werden. Die Lausitz soll sich vom starken wirtschaftlichen Fokus hin zu einer Region entwickeln, in der eine Ausgeglichenheit von Wirtschaft, Kultur und Natur herrscht. Das Konzept setzt genau an den passiven Elementen an und schafft mithilfe von drei verschiedenen Methoden bzw. Nahtarten eine erfolgreiche Integration durch das Vernähen der einzelnen Elemente mit dem Umland. Die Nahtarten 'Säumen', 'Patchwork' und 'Flicken' unterscheiden sich hauptsächlich durch die Reichweite der landschaftlichen Wirkung und durch den Radius des Planungsumgriffes. Bei 'Säumen' existiert bereits eine homogene großflächige Struktur, die an ihren Rändern mit der Umgebung durch gleichmäßige, dichte Nähte verbunden wird; der Bearbeitungsradius ist hier am kleinsten. Bei der Nahtart 'Patchwork' wird die Mosaikstruktur des Umlandes aufgegriffen und auf der Fläche des passiven Elements weitergeführt. Die heterogenen Flächen der Landschaft werden untereinander sowie mit der Umgebung durch kleine und dichte Nähte verbunden. Beim 'Flicken' schmiegt sich eine große homogene Struktur an das bestehende Umland an und schafft weitreichende Verbindungen durch einzelne starke Nähte. Welche Nahtart angewandt wird, ist ortsspezifisch und richtet sich nach den vorhandenen Strukturen in der jeweiligen Umgebung. Um zu entscheiden, welche Materialien an welcher Stelle angewandt werden und ob es sich dabei um 'Stoff' oder 'Faden' handelt, wurden den einzelnen Materialien Eigenschaften zugeordnet. Aus dieser Entscheidungsmatrix ergibt sich auch, ob das jeweilige Material für Säumen, Patchwork oder Flicken geeignet ist.
Flanieren am Sedlitzer See
Ufergestaltung eines Tagebausees in der Lausitz
Die Lausitz im M: 1:200.000
Strukturkarte im Maßstab 1:200.000. Hier sind die Schwerpunkt-Gebiete der Planung sichtbar.
Die 'Nahtarten'
Die Nahtarten 'Säumen', 'Patchwork' und 'Flicken' und wie diese mit dem Umland interagieren.
Die Materialien
Darstellung der Materialienmatrix.
Zoom-in auf den Sedlitzer See
Detailausschnitt M:1:25.000. Verortung der angewandten Nahtarten (oben Rechts) und Materialien
Blick in dem ehemaligen Tagebau Welzow
Nach Stilllegung des Tagebaus wird der Junge Boden auf weiteren Nutzungen vorbereitet.