Movement

Sarolta Szatmári
Julia König
Professur
Projektarbeit
Das Surfcenter am Walchensee muss durch einen Neubau ersetzt werden. Das Haus soll als Treffpunkt dienen und den Austausch unter den Windsurfer/innen am Walchensee ermöglichen. Das abzubildende Raumprogramm umfasst eine Infotheke mit kleinem Büro, ein Café und Veranstaltungsbereich, einen Seminarraum für Schulungen, ein Lager für Kleidung und Ausrüstung, sowie einen Außenbereich, der Schutz vor Wind und Sonne bietet. Die Surfschule soll materialgerecht mit dem Werkstoff Holz entworfen und konstruiert werden. Die Konstruktionselemente des Gebäudes können frei gewählt werden. Das Projekt sollte insgesamt reversibel entworfen und konstruiert werden, so dass ein vollständiger Rückbau möglich ist. Dabei gilt es den Neubau behutsam in den besonderen Naturraum einzubinden.
Wie erzeugt man Leichtigkeit an einer Struktur, die zugleich Festigkeit und intensiven Alltagsgebrauch gewährleisten muss? Die Idee einer nicht-starren Fassade, die die Wellenbewegungen des Wassers weiterführt, kam beim Anblick einer mit wehenden Bauplanen bekleideten Baustellenkonstruktion am Fiume Arno in Florenz. Diese Verbindung aus Stoff und Konstruktion hat sich zum Hauptmotiv des Entwurfes entwickelt. Der Stoff wird um die Konstruktion gehüllt und erschafft einen einheitlich bewegten ununterbrochenen Körper. Lichtdurchlässiger Stoff lässt die dahinterliegende Holzkonstruktion erahnen und legt die Bewegungen hinter dem Stoff frei – insbesondere abends, wenn der Kubus von innen leuchtet und sich als schimmerndes Volumen präsentiert. Die helle Stofffassade, erinnernd an ein Surf- oder Schiffssegel, führt den Gedanken von Bewegung am Wasser fort. Zudem ist die Konstruktion auf Schraubfundamente gestellt, die es aussehen lassen, als würde das Gebäude schweben und untermalt weiter die Leichtigkeit, die die Konstruktion vermitteln will. Für die Fassade eignet sich am besten PTFE-beschichtetes Gewebe, welches nicht nur schmutzabweisend und wasserundurchlässig ist sondern auch nicht brennbar. Das Gewebe ist langlebig, überträgt geringe Sonnenenergie und kann bei einer Beschichtung mit Titandioxid schädliche Stickstoffe aus der Luft filtern und in unbedenkliches Nitrat umwandeln. Der Bau ist von zwei gegenüberliegenden Seiten begehbar, Das Eintreten in das Gebäude ist nun ein durchaus bewusster Prozess, man gelangt über zwei außenliegende Stufen an dem um das Eck gespannten Stoff vorbei, ins Innere des von außen verborgenen. Der große Helle Kubus, eröffnet sich beim Eintreten als erneuter Freiraum - von außen suggeriert er eine geschlossene Struktur, von innen erkennt man, dass er offen und großzügig ist. Hier entsteht ein Kontrast der Materialität - man tritt durch den Stoff in einen von Holz geprägten Raum. Dieser Raum im inneren, zwischen den einzelnen Gebäudekuben, wird zum Interaktionsraum - Ankommen, Lernen, Segeln und Entspannen. Zentrum der Konstruktion ist das beidseitig betretbare Segellager, welches sich durch seine Deckenhöhe und die Konstruktion von den anderen Kuben abhebt.
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Konzeptmodell
Einbettung in der Umgebung
Grundriss
Position am Badestrand
Blickbeziehungen
Einblick von der Terrasse in das Café
Lichtdurchlässigkeit der Fassade
Zusammenspiel von Holz und PTFE-Gewebe an dr Ecke
Konstruktives Detail
Ausbildung der Traufe, gespannter Stoff erzeugt Hinterlüftungsebene