LausitzPLUS

Lenja Schröder
Jingyi Xu
Professur
Landschaftsarchitektur regionaler Freiräume
Projektarbeit
In der Lausitz wurde über Jahrzehnte Braunkohle abgebaut. Die riesigen Abbauflächen hinterlassen bis heute große Narben im Landschaftsbild. Mit dem Beschluss des Braunkohleausstiegs muss sich die Lausitz wandeln. Ein großer Wirtschaftszweig bricht weg, es müssen neue Formen der Energiegewinnung und Lösungen für Tagebaufolgelandschaften gefunden werden, um diese aufzuwerten und wieder nutzbar zu machen. Gleichzeitig soll der individuelle Charakter und landschaftsprägende Strukturen der Lausitz erhalten werden. Das Konzept LausitzPlus zielt darauf ab, die charakteristischen Landschaften der Lausitz nachhaltiger und interessanter zu gestalten, indem bestehende raumprägende Strukturen aufgegriffen und durch ähnliche neue Strukturen ergänzt werden.
Folgende Landschaftsräume (Strukturen) werden unterschieden: Nadelwälder (vertikal), Offenland (horizontal), Land-/Forstwirtschaft (Parzellen/Volumen), Tagebaufolgeseen, Kanäle (Ketten). Angepasst an die jew. Landschaftsform werden Erholung, Energie- und Lebensmittelproduktion integriert und kombiniert um eine effiziente Landnutzung zu ermöglichen, die gleichzeitig die Identität der jew. Landschaft stärkt. Die vertikal geprägten Nadelwaldbestände werden durch Aufforstung verbunden. Neue Windkraftwerke werden passend zur vertikalen Struktur des Waldes und bestehender Windrädern zur Energiegewinnung integriert. Die Tanzenden Riesen laufen linear aufeinander zu. Entlang dieser bilden sich Lichtungen mit Hopfenfeldern. Es ergibt sich eine harmonische, vertikal geprägte Landschaft, die durch ein neues Erholungsangebot erlebbar wird. Ein übergeordneter Wanderpfad, mit Baumwipfelpfad am Knotenpunkt für die Aussicht, sowie ein Kletterpark und Baumhaushotels folgen den neuen Strukturen. Im Kontrast dazu steht das horizontal geprägte Offenland. Die offene Struktur wird durch klare Waldkanten verstärkt. Bereits heute sind einige Solaranlagen vorhanden, unterstreichen die Horizontalität und werden daher zur Energiegewinnung erweitert. Die Solarfelder werden mit Lebensmittelanbau, z.B. Agrophotovoltaik, Anbau von Halbschattengemüse, Hühnerbewirtschaftung, Blühwiesen mit Imkerei, und Naherholung, z.B. Cafés, Bars, Restaurants, kombiniert. Es bilden sich drei Erholungszentren an den topographischen Hochpunkten mit Sicht über die Spiegelnden Dächer. Die monokulturelle Land- und Forstwirtschaft wird zu einer diverseren umgewandelt. Baumalleen, ausgehend der Wälder, gliedern die Felder in Nährende Flicken. Biogas, gewonnen aus Energiepflanzen, wird als Energiequelle genutzt. Kleinere Felder mit Agroforst, Streuobstwiesen, Zweikulturenanbau und Blühstreifen sichern eine vielfältigere und ökologischere Lebensmittelproduktion. Zur Bewässerung wird gefiltertes Grauwasser umliegender Dörfern genutzt. Selbsternte, Picknick und Zelten in Streuobstwiesen zählen zu den Erholungsmöglichkeiten. Der umschlossene Tagebau wird schrittweise zur landwirtschaftlichen Nutzung rekultiviert. In der Seenlandschaft werden Kanäle differenziert und ergänzt, die die Blaue Perlenkette bilden. Durch die neu zusammenhängende Wasserlandschaft entstehen Inseln. Die naturnahen Landschaften werden über Brücken oder mit Booten erreicht. Es findet Beweidung statt, wodurch viele tierische Lebensmittel produziert werden. Die Weidetiere sind neben Wassersport eine Attraktion für Besucher. Die Energiegewinnung zur Beheizung und Stromversorgung der Hausboote erfolgt durch thermische Energie aus den Seen und Solarstegen.
lausitzPlus // Strukturkarte
Strukturkarte mit allen wichtigen Strukturen der vier einzelnen Landschaftsräumen.
lausitzPlus // Plan 1
Plan 1 von 2
lausitzPlus // Plan 2
Plan 2 von 2