Kontaktperson

Monica Ciobotar
Professur
Bildende Kunst
Projektarbeit

Aufgabe war es eine künstlerische Arbeit über den frei interpretierbaren „Moment“ zu kreieren.

In unserer Semesterarbeit haben wir den Moment der flüchtigen Begegnungen in Corona-Zeiten untersucht und festzuhalten versucht.

Als Nachbarinnen war es uns wichtig, unsere Begegnungen aufzunehmen, die uns besonders in diesem Online-Semester aufheiterten, wenn man den ganzen Tag alleine in seinem Zimmer vor dem Computer saß. Das Medium Fotografie bzw. Kurzvideo haben wir schon sehr früh in unseren Prozess aufgenommen, da uns dessen Bezug zur Zeit interessierte. Im Laufe des Semesters haben wir diese Zeitlichkeit der beiden Medien über Überlappungen, Slow-Motions, Gifs bis hin zu Langzeitbelichtungen untersucht.

Bei den Langzeitbelichtungsaufnahmen gefiel uns insbesondere der vergängliche Ausdruck des Geschehens, der durch die von der Kamera aufgenommenen Momente vermittelt wird. Die Kamera hält gewisse Körperhaltungen fest, die kein menschliches Auge dissoziieren würde und überlappt Silhouetten, die sich in der Realität nicht berühren. Diese wirken gespenstisch und verlieren ihre Präsenz im Raum, was auf die Einsamkeit und den Mangel an menschlichen Kontakt in Corona-Zeiten deutet. Der hingegen im Fokus liegende Hintergrund weist durch die simple Bildkomposition aus Wand, Heizkörper und Steckdose auf den Lockdown und die im Innenraum verbrachte Zeit hin.

Den Moment der Begegnung haben wir schlussendlich in einer Reihe von fünf Langzeitbelichtungen festgehalten, die durch Blendübergänge ineinander schmelzen und geloopt werden. Die Zeitschienen überlappen sich somit noch weiter, sodass der Zuschauer jeglichen Bezug zu Zeit und Handlung verliert. Lediglich sind noch die zwei anonymen Silhouetten zu erkennen, die sich langsam begegnen und trennen.