How the real thing can be

David Fink
Sarah Maafi
Sebastian Schaaf
Lukas Walcher
Professur
Neuere Baudenkmalpflege
In Zusammenhang mit laufenden Forschungsvorhaben beschäftigen wir uns mit den Kalendern der Fa. Gartner, in denen wesentliche Meilensteine der Architekturgeschichte ab 1952 veröffentlicht sind. Im ersten Schritt untersuchten wir die Gestaltung der Kalender und die Inszenierung der Bauwerke und ihres Bildes. Darauf aufbauend haben wir gemeinsam zwei eigene fiktive Kalender gestaltet. In einem Ersten versammeln wir heutige Aufnahmen der Bauten, und versuchen, dem Stil, dem Zuschnitt und der Bildbearbeitung der ursprünglichen Fotografien gerecht zu werden. Im Zweiten nehmen wir das in den alten Darstellungen geläufige Mittel der Fotoretusche auf. Durch Verfremdungen, Überformungen und Neuinterpretationen haben wir bildhaft und spielerisch unsere ganz eigene Vision dessen entwickelt, was aus diesen Ikonen werden könnte.
Die Josef Gartner GmbH in Gundelfingen an der Donau ist der weltweit führende Anbieter maßgeschneiderter Gebäudehüllen in Aluminium und Stahl.1868 als Schlosserbetrieb gegründet, entwickelte sich die Firma nach 1945 in Deutschland zum führenden Experten für die Verarbeitung von Aluminium für Fassadenkonstruktionen. Gartner konnte sich einen dauerhaften und direkten Zugang zu den maßgeblichen Architekten der Wirtschaftswunderzeit sichern, sie alle bauten auf den Produkten und Planungsleistungen von Gartner auf. Mit bundesdeutschen Referenzen erschloss sich die Firma Märkte zunächst in den Niederlanden, Skandinavien, Großbritannien und später weltweit. Gartner-Fassaden bekleiden eine kaum überschaubare Zahl von Architekturikonen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ebenso wie aktuelle Prestigeprojekte. Seit 1952 erscheinen die Gartner-Jahreskalender ohne Ausnahme bis heute. In den Kalendern werden Konstruktionen aus Stahl und Aluminium, wie Fenster, Fassaden und Tore gezeigt. Als einfaches Werbemedium wird der Gartner-Kalender zum Inbegriff eines fotohistorischen, wie auch architekturgeschichtlichen Schatzes. Die Kalender bilden u.a. die Entwicklung von Fassaden und verschiedenen Bautypen der Nachkriegsmoderne idealtypisch ab, und zeigen die wachsende Verflechtung von Technik- und Architekturgeschichte. Die Firma, deren Hauptsitz weiterhin in Gundelfingen liegt, beschäftigt heute mit Repräsentanzen in Großbritannien, der Schweiz, den USA, Russland und Hong Kong 1.500 Mitarbeiter. Seit 2001 gehört die Josef Gartner GmbH zur italienischen Konzerngruppe Permasteelisa.