HochhausBestand

Professur
Neuere Baudenkmalpflege
Forschungsarbeit
Das Forschungsvorhaben Hochhaus Bestand an der Professur für Neuere Baudenkmalpflege der TU München befasst sich seit Januar 2021 mit Strategien für einen bestandsgerechten und nachhaltigen Umgang mit Bürohochhäusern der 1950er und 1960er Jahre. Die Betrachtung erfolgt gemeinsam mit den Lehrstühlen für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen, (Prof. Auer) und Bauphysik, (Prof. Dr.-Ing. Sedlbauer) aus städtebaulicher, baudenkmalpflegerischer, konstruktiver, bauphysikalischer und gebäudetechnischer Perspektive. Gefördert durch die Initiative ZukunftBau des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) sollen auch kürzlich abgeschlossene und laufende Instandsetzungs- und Modernisierungsvorhaben identifiziert und analysiert, die Potentiale einer Best Practice aufgezeigt werden.
Obwohl seit den frühen 1990er Jahren Gegenstand des denkmalpflegerischen wie planerischen Diskurses, hat sich bis heute keine einheitliche baudenkmalpflegerische Best Practice im Umgang mit Bürohochhäusern der 1950/1960er Jahre in Deutschland herausgestellt. Gleichartige Objekte werden – mit und ohne Unterschutzstellung – abgerissen oder aber mit hohem Austausch materieller Substanz erneuert. Einzelne Beispiele verweisen aber auf Vorgehensweisen, die die historische und technologische Integrität des Bestands durch minimierte Eingriffs- und Veränderungstiefe bewahren können. In der Abwägung verschiedener Schutz- und Erhaltungsziele sind Kompromisse notwendig, die sich an der verfügbaren Best Practice im Umgang mit diesem besonderen Bestand messen lassen müssen. Dabei geht das Vorhaben von der These aus, dass eine langfristige nachhaltige und denkmalpflegerische Erhaltung durch bewusste Instandhaltung und kontinuierliche bauliche Erneuerung des Gesamtbauwerks durch minimierte Eingriffs- und Veränderungstiefe gewährleistet werden kann, ohne dass andere und neue Anforderungen an den Bestand und seine Nutzung unberücksichtigt bleiben müssen.
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