EIN:KLANG

PublikationProfessur
Entwerfen und Gestalten
Projektarbeit
Inwiefern besitzt auditive Architektur eine Relevanz für einen zeitgemäßen Entwurfsgedanken? Dies ist mein Ansatz, Räume auch als Klangumwelt zu denken. Das Wohnen als alltäglichste auditive Szene wird in zwei Teilen untersucht – ein linearer Weg vom Straßenraum zur Wohnungstür und die Erfahrungen einzelner Räume innerhalb einer Wohnung. Ein Kurzfilm, in dem Raummodelle durch auditive Elemente ergänzt werden, soll zu einem immersiven Raumeindruck verhelfen.
Für uns alle haben Klänge Facetten, die sich in vier Kategorien aufteilen lassen: sozial, navigierend, musikalisch und schließlich ästhetisch. Ein auditiver Architekt, wie auch die späteren Nutzenden eines Raumes, entscheiden über die Wichtigkeit der einzelnen Facetten – bewusst wie unbewusst. Oftmals produzieren räumliche Eigenschaften widersprüchliche Erfahrungen, die dann maßgeblich menschliche Aktivitäten verändern. Ein auditiver Architekt kann auf eine direkte und eine indirekte Art und Weise diese Emotionen beeinflussen – durch aktive Klangquellen, die als auditives Ornament einen Raum beleuchten, oder durch passiven räumlichen Aufbau, der erst durch die Handlungen der Nutzenden seine Wirkung zeigt. So gewinnen die Handlungen der Erfahrenden wohl immer mehr an Wichtigkeit – sie werden selbst zu einem integralen Bestandteil, also einer Schallquelle, der Situation. So kann ein auditiver Architekt direkt in die physikalischen Gegebenheiten eingreifen; er darf sie aber nur als Teil einer Gestaltungsgesamtheit betrachten. Wie kann man nun einen Entwurf zuerst auditiv denken, und dann visuell ergänzen, um schlussendlich ein immersiveres Raumerlebnis als durch herkömmliche Entwurfsmethodik zu schaffen? Die Idee geht von einer punktuellen Reduzierung eines der beiden Sinne aus, um eine bewusste Fokussierung und Bewusstwerdung zu provozieren und final in gebauten Raum zu implementieren.