DILEMMATA I

Marco Magliozzi
Anela Dumonjić
Milan Wagner
Professur
Nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land
Seminararbeit

Der menschliche Körper mit seiner einzigartigen Palette von Systemen ist Vermittler menschlicher Erfahrungen und direkter Kommunikationskanal zwischen unserem inneren Selbst und unserer Umwelt. Die Sinnesorgane Informationen übertragen in einer konstanten Schleife – aus der Umgebung über physischen Sinneswahrnehmungen zu unserer inneren Landschaft. Performance-Kunst ist ein Werkzeug, das direkt mit den Fähigkeiten des Körpers als Schnittstelle arbeitet. Entwerfer können damit ihr Körperbewusstsein entwickeln und Objekte, Gebäude und Städte mit einem Fokus auf der Erfahrung gestalten. Neue Erkenntnisse in der Psychologie und in den Neurowissenschaften helfen Architekten und Planern dabei, den menschlichen Körper und seine über Jahrtausende gewachsenen Reaktionen auf die Umwelt besser zu verstehen.

Nach dem ersten Tag, an dem wir den Raum individuell anders erlebt haben, haben wir es auch genossen, nicht genau zu wissen, was uns erwartet. Unser erster Innenraum war das Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke. Nachdem wir den Raum betreten hatten, nahmen wir uns etwas Zeit, um die Qualitäten des Museums zu erspüren – Oberflächen, Gerüche, Klänge, Beleuchtung und Atmosphäre. Nachdem wir unsere Eindrücke ausgetauscht hatten, begannen sich die Ideen in unseren Köpfen zu entwickeln & ein Gleichgewicht von Freiheit & Respekt bildete sich heraus. Die Erforschung und Aneignung von Raum aller Art kam uns in den Sinn – berühren, hinlegen, tanzen, imitieren, gehen, sich an etwas lehnen – kaum etwas hielt uns zurück. Darüber hinaus kam nicht alles nur von uns selbst, ein entscheidender Teil unseres Aufenthaltes dort war die Beobachtung der Interaktion zwischen Skulpturen & anderen Besuchern, die fast perfekt in das Ensemble passten, der einzige Unterschied war ihre Kleidung. Unser zweiter Raum war die Asamkirche, eine sehr beeindruckende & eher kleine Barockkirche im Stadtzentrum. Mit den Beschränkungen eines sakralen Raumes zu arbeiten, war eine intensive Erfahrung, da wir uns ausdrücken, aber gleichzeitig den Besuchern des Ortes gegenüber nicht beleidigend sein wollten. Am Ende hatten wir die Kirche zufällig für uns selbst, taten aber dennoch so, als ob die anderen noch da wären, wir spürten ihre indirekte Präsenz in gewisser Weise. Unser letzter Innenraum war das Technische Zentrum. Unter normalen Umständen ist dieser Raum chaotisch, aber was wir sahen, war ein absolut seltener Anblick – verlassene Tische und Stühle. Der Raum birgt viele gute und schlechte Erinnerungen, aber was wir in diesem Moment am meisten fühlten, war ein fast überwältigendes Gefühl der Freiheit, das in völligem Kontrast zur üblichen erforderlichen Steifheit steht. Es war erfrischend, mit den verlassenen Gegenständen auf eine völlig neue Art und Weise zu spielen und das zu tun, worauf unser Körper Lust hatte, ganz ohne jede Art von Beurteilung oder Notwendigkeit, sich für seine Handlungen zu rechtfertigen.

DILEMMATA I
interior space
Quod erat demonstrandum
DILEMMATA I
Vivite in silencio
DILEMMATA I
Piscina Aeris
DILEMMATA I