Das Sehen des Unsichtbaren

PublikationProfessur
Entwerfen und Gestalten
Seminararbeit

Das Sehen mit geschlossenen Augen, um sehen zu können, offenbart etwas, das dem Sehen
mit geöffneten Augen verborgen bleibt. Die Erfahrung des Raums mit verbundenen Augen
eröffnet mir eine andere Art der Wahrnehmung meiner Umwelt. Dem Erleben von Raum liegt deutlich mehr zu Grunde als das was visuell sichtbar ist und „Räume verbergen sich in Nuancen und Unscheinbarem”.

Die Sensibilität für die mich umgebende Umwelt und meine eigene Körperwahrnehmung, die
ab dem Moment des Verbindens der Augen und mit dem Ausblenden des Sehsinns entsteht,
wirkt in der Art meiner Sinneswahrnehmungen und ist bezeichnend für meine Raumerfahrung.
Meine Konzentration wird intensiviert und verlagert sich auf meinen eigenen Leib, der an
Präsenz gewinnt und stärker in mein Bewusstsein rückt. Gleichzeitig wird die Beziehung meines
Leibes und meiner Umwelt erfahrbar, wobei mein Leib eine feinfühligere Aufmerksamkeit
für den Raum entwickelt und in diesen hineinzureichen scheint. Den Raum, der für mich im
Stillstand keine Dimension hat, nehme ich als etwas Umgebendes wahr, das mich umschließt
und umfließt. Dieser wird zum Wirkungsraum, den ich nach Sinnesreizen unterschiedlicher
Art durchforsche, wodurch bei mir eine stetige fokussierte Wachsamkeit evoziert wird. Die
Sinneserfahrungen, die ich hierdurch sammle, werden nicht nur einzeln wahrgenommen,
sondern bedingen sich gegenseitig und tragen zu meiner imaginierten Umwelt meines
Geistes dar, die kontinuierlich durch neue Reize verändert und ergänzt wird, wobei nie ganz
klar ist inwieweit sich umgebende und imaginierte Umwelt decken und ein Spannungsfeld
zwischen Wirklichkeit und Vorstellung entsteht.

Das Sehen des Unsichtbaren
Lockerung
Spannung
Diskrepanz
Anschmiegsamkeit