Stadtbad Tittmoning

Sophia-Maria Elender
Professur
Entwerfen und Konstruieren
Projektarbeit

Das Projekt setzt sich mit leerstehenden Gebäuden am Tittmoninger Stadtplatz auseinander.
Die gewachsenen Strukturen der Altstadt sind für den Einzelhandel nur bedingt nutzbar und führten zu starken Abwanderungsprozessen und einem damit verbundenen Dauerleerstand und Sanierungsstau der historischen Gebäude im Stadtkern. Drängend in der Leerstandsdebatte ist die Frage nach einer sinnvollen Neunutzung, um die Gebäude weiterhin erhalten zu können. Eine umfangreiche Analyse der ortspezifischen Besonderheiten ergab, dass bei der Revitalisierung von Gewerbeflächen und Bestandsgebäuden spezialisierte Einzelhandels- und Nischenangebote auf große Akzeptanz stoßen. Ungewöhnliche Nutzungen lassen sich besser in die gewachsenen Gebäudestrukturen integrieren und können als Attraktoren den Stadtplatz in Tittmoning nachhaltig beleben.

Der Entwurf beantwortet die Frage nach neuen Nutzungen in leerstehenden Gebäuden in Form eines Stadtbads. Die Beziehung Tittmonings zum Thema Wasser und das behutsame Eingehen auf die Qualitäten des Gebäudes beschreiben die Schwerpunkte des Entwurfs.
Bei der Entwicklung des Stadtbadkonzeptes wurde das überformte Eckhaus mit ortstypischen Vorschussmauern und Grabendach auf seine ursprünglichen Charakteristika, insbesondere auf die prägende kreuzförmige Gangsituation, rückgeführt. Entlang dieser Gangfigur und in den gegeben verwinkelten Grundrissstrukturen werden die verschiedenen Badenutzungen verortet.
Im Erdgeschoss finden sich zur Stadtplatzseite ein öffentliches Café und der Eingang in den Badebereich. Der zweigeschossige Saal mit Kreuzgewölbe beherbergt ein Badebecken. Als räumliche Fortschreibung dessen findet sich im Rückgebäude, das über einen überdachten Bereich mit Außenbecken erreicht werden kann, ein Schwimmerbecken. Die Abfolge der Becken bildet ein neues zusammenhängendes Raumgefüge. Durch ein neues Dach, welches das ortstypische Grabendach aufgreift und sich so in das Stadtgefüge integriert, gelangt über runde Fenster Licht in das Innere der Schwimmhalle. Im 1.OG sind die Ruhebereiche verortet. Das 2.OG dient der Entspannung und offeriert beim Heilbaden und Saunieren Ausblicke über Tittmoning. Die Materialität des Stadtbades in Fliesen und Putz leitet sich aus dem ehrlichen, unaufgeregten Charakter des Bestandes ab. Durch verschiedene Farbakzente entstehen unterschiedlich farbige Welten, die die Orientierung erleichtern und besondere Momente schaffen.

Perspektive
Schwimmbecken
Grundriss
Erdgeschoss
Schnittmodell
Raumsequenz Café - Badebecken - Hof - Schwimmbecken
Perspektive
Sitznische Gang (1.OG)
Perspektive
Heilbäder (2.OG)
Detail
Außenbecken - Schwimmbecken - Grabendach