Revitalisierung eines Weilers im Bayerischen Wald

Professur
Entwerfen und Gestalten
Projektarbeit

Die selbstgestellte Frage lautete: Wie kann die Revitalisierung eines meist leerstehenden Weilers im Sinne der Gemeinschaft, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit und mit der Rücksicht auf schon bestehender Strukturen aussehen? Durch die Nutzung bestehender Funktionen wie beispielsweise Viehhaltung, das Anpflanzen von unterschiedlichen Gemüse – und Obstsorten und einer teilweisen Umnutzung des architektonischen Bestands sowie das Hinzufügen von neuen Bausteinen soll auf dem Weiler eine möglichst autarke Lebensweise ermöglicht werden.

Der Weiler wird durch Umnutzung und Wiederbeleben leerstehender Gebäude eine neue Struktur bekommen, die dem Konzept des autarken Lebens zu Gute kommt. Hierfür wird die Sägehalle zu einem Haus des Ankommens, der Troadkasten nahe des Weihers wird zu einem Badehaus umstrukturiert, leerstehende Scheunen werden zur Milchaufbereitung sowie Lagerung von erwirtschafteten Lebensmitteln genutzt. Die nördlich gelegenen Stallungen werden erweitert, genauso wie der Obstgarten im Osten. Der größte Einschnitt ist die Umfunktionierung eines zentralen Wohnhauses mit angebautem Stadl, um dem Mittelpunkt des Weilers ein neues Gesicht zu geben.
Der Bestand soll möglichst in seiner originalen Bausubstanz bestehen bleiben. Daher werden teils neue Strukturen aus ca. 30 cm dicken Holzrahmenmodulen eingefügt. Wo benötigt, kann dadurch die Statik unterstützt und den vorhandenen Räumen eine behagliche Raumtemperatur gegeben werden.
Der hier bestehende, historische Bestand soll um weitere Typologien erweitert werden um temporären Wohnraum für Naturliebhaber und Gäste, die ein Rückzug aus dem Alltag wünschen, zu schaffen.
Der Gedanke ist, eine zeitgemäße Transformation des Waldlerhauses z schaffen. Es werden Räume zum Verweilen angeboten, im Gegenzug dazu sollen die Gäste bei der Hofarbeit nützlich sein, sich mit einbringen und somit wieder der Natur und der Einfachheit des Daseins näher kommen. Die Neubauten sollen puristisch Tradition und zeitgemäße Architektur vereinen und sich in ihrer Form adaptiv zurücknehmen – sich gegenüber dem Bestand und der umliegenden Landschaft respektvoll verhalten. Sie sollen den Gästen eine „Intimität“ inmitten der Gemeinschaft ermöglichen. Die neue Architektur nimmt sich der Bewegung und Rundung der Höhenschichten an und wird somit Teil der Landschaft. In diesem Sinne ist es Ziel, Natur und Vorhandenes nicht stark verändern zu müssen sondern dessen ausstrahlende Ruhe durch die Neubauten noch zu bestärken.
Die zwei Gebäudetypen unterscheiden sich in der zu beherbergenden Personenzahl. Typ ‚Einsam‘ ist für eine Person ausgelegt, mit nicht mehr als Bett, Schreibtisch, notwendigem Funktionskern und Blick in die Ferne. Typus ‚Gemeinsam‘ kann bis zu sechs Personen aufnehmen und unterscheidet sich durch einen zusätzlichen Koch – sowie Galeriebereich. Die Stellung der zusätzlichen Baukörper wurde bedacht gewählt, um jedem Haus einen ungestörten Blick auf die Landschaft zu ermöglichen. Die Grundrisse können gedreht und gespiegelt werden, um diese „Ruhe im Landschaftsbild“ zu gewähren.

Sitzecke Typus Einsam
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Umgebungsmodell
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Nassbereich Typus Einsam
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Beispiel Grundriss Typus Einsam
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Beispiel Grundriss Typus Gemeinsam
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Blick von Schlafgalerie
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