Neue Schichten für ein altes Gasthaus

Professur
Entwerfen und Konstruieren
Projektarbeit

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Umbauen, Ergänzen und Weiterentwickeln historischer Strukturen und Qualitäten. Die Stadt Tittmoning, in der das Projekt verortet ist, blickt auf eine lange Entwicklungsgeschichte zurück, und ist vom Inn-Salzach Stil geprägt. Der langgestreckte Stadtplatz und die verputzten Baukörper, hinter deren hochgezogenen Vorschussmauern die typischen Grabendächer versteckt sind, zeugen bis heute davon. Das Gasthaus „Alte Post“ ist eines der repräsentativsten Gebäude am Stadtplatz. Seine Tradition als Gasthaus und Herberge geht schon auf die Zeit Tittmonings als Umschlagpunkt an der Handelsroute entlang der Salzach zurück. In meinem Entwurf gehe ich der Frage nach, wie dieses denkmalgeschützte Gebäude in Zukunft wieder als Hotel genutzt werden kann.

Dabei war mir wichtig, den Charme des Gebäudes mit seinen unterschiedlichen Räumen zu bewahren und die Struktur so zu erweitern, dass diese Qualitäten des gewachsenen Ensembles auch in den neuen Gebäudeteilen zu spüren sind. Im Inneren des Gebäudes sind die typische durchgesteckte Gangstruktur und die verschiedenen Bauphasen erkennbar, in denen das Gebäude seine heutige Gestalt erhalten hat. Die verschiedenen Bauetappen im Gebäude gehen oft nahtlos und selbstverständlich ineinander über. An diese Tradition des An- und Weiterbauens will ich mit meinem Entwurf anknüpfen.
Ein neuer verputzter Baukörper schließt das Grundstück nach hinten hab und bildet mit der freistehenden Mauer zur Gasse die Fassung für den Garten. Dieses giebelständig zur Gasse orientierte Gebäude in Ziegelmassivbauweise mit einem flachen Satteldach und einer reduzierter Formensprache orientiert sich an der lokalen Gebäudestruktur. Gemeinsam mit dem Hauptgebäude und der Mauer bildet es die Spange, die den Gebäudekomplex zu einer Einheit werden lässt. Der bestehende Stalltrakt wird auf seine historische Struktur rückgebaut. Zwei neue Obergeschosse in Holzmassivbauweise schaffen weitere Zimmer und verbinden die beiden Steingebäude. Eine neue thermische Hülle in Holzbauweise erweitert im ersten Obergeschoss die Zimmer zum Garten. Im Erdgeschoss schließt diese Zone an den Gang der Mittelerschließung des Hauptgebäudes an und bildet die Verbindung aller Baukörper. Die Erdgeschosszone des historischen Stallgebäudes besteht aus Tonnengewölben, deren introvertierter Charakter für einen Saunabereich genutzt wird. Beide öffnen sich zum ganz von Wänden umschlossenen Hof auf der Innenseite des Ensembles. Die Struktur des denkmalgeschützten Hauptgebäudes kann im Wesentlichen erhalten werden. Bäder werden ergänzt und der Dachstuhl ausgebaut.