Handeln?! Das Kaufhaus nach dem Konsum.

Professur
Urban Design
Projektarbeit

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept des „Shoppens“ und untersucht daran die Verbindung zwischen Markt, Stadt und Öffentlichkeit. Das Ergebnis ist ein theoretischer Teil und ein Entwurf. Insgesamt zeigt die Thesis auf, warum Handlungsbedarf besteht Konsumstrukturen grundlegend zu überdenken. Sie entwirft eine Utopie, wie das Handeln zukünftig sozial und ökologisch nachhaltig gedacht werden kann. Die theoretischen Überlegungen werden dann im Entwurf der Nachnutzung des Karstadts am Nordbad in München auf einen realen, physischen Raum übertragen. Die Pläne führen von dem Innenraum nach Außen auf den Quartiersmaßstab.

Städte waren immer schon Orte des Handels; einerseits braucht der Markt die Stadt, um ökonomisch rentabel zu sein, andererseits wird die Stadt erst durch den Austausch von Waren und Gedanken zu einem lebendigen, öffentlichen Raum.
Die Zusammenhänge in westlichen Gesellschaften zwischen sozialen Strukturen, der Stadt und dem Markt werden in der Masterthesis anhand des Konzepts des „Shoppens“ untersucht. Der Aufbau der Thesis arbeitet sich dabei chronologisch von der Vergangenheit über die Gegenwart zur Zukunft vor. Der geschichtliche Teil, als Ausgangspunkt der Thesis, gibt eine Übersicht über die wichtigsten architektonischen Typen und setzt den physischen Raum in Bezug zu seinem sozialen Kontext. Außerdem wird in diesem Teil erläutert, wie der Raum des Marktes das Verständnis von Öffentlichkeit und Stadt änderte, bzw. mit der Zeit eine eigene Illusion der Stadt erschuf. Im zweiten Teil wird anschließend die aktuelle Situation analysiert, die als Wendepunkt in der Entwicklung der Architekturen des Konsums zu sehen ist. Dabei stehen die Krise und die damit verbundene Schließung der Warenhäuser im Vordergrund. Vergangenheit und Gegenwart zeigen insgesamt die Potenziale, aber auch die zahlreichen ökologischen und sozialen Herausforderungen des Handels und des Konsums. Diese Beobachtungen sind die Grundlage für den darauffolgenden Teil. In diesem werden neue Konzepte für die Zukunft skizziert, um diese nachhaltig zu gestalten. Dazu wird zunächst eine abstrakte Utopie formuliert, die ein allgemeines Bild einer zukünftigen (Konsum-)Gesellschaft entwirft. Im nächsten Schritt der konkreten Utopie wird dann erläutert, wie eine tatsächliche Umsetzung aussehen könnte. Dafür wird ein neues Konzept des Kaufhauses und damit auch des physischen Raum erarbeitet. Das Konzept wird in dem letzten Teil anhand der Fallstudie Karstadt am Nordbad in München auf einen realen Ort übertragen. Da die Schließung des Gebäudes kein Einzelfall ist, wurden zunächst allgemeine Merkmale des Typus Warenhaus der 60er Jahre herausgearbeitet. Darauf folgt eine Analyse der städtebaulichen Situation und des Gebäudes. Das gesamte Hintergrundwissen wird dann mit dem Entwurf in eine konkrete, bauliche Utopie übertragen. Die Masterarbeit zeigt insgesamt Lösungsansätze auf, wie das Handeln in der Zukunft und damit verbundene soziale Strukturen aussehen könnten. Die Krise der Shopping-Bauten soll als Chance gesehen werden, ein Stück Stadt zu einem egalitären Raum zu wandeln. Die Thesis ist damit ein Aufruf unser Konsumverhalten radikal umzudenken und anstelle des finanziellen Profits einzelner Investoren den Nutzen für die Allgemeinheit zu setzten.

Titel
Perspektive | Ostansicht | Schnitt a-a
Innenraumbezüge
Grundriss EG | Grundriss 1.OG | Nordansicht | Schnitt b-b
Auschnitte zur Orientierung und Gliederung des Raumes, Parkrotunde als vertikaler Verbinder
Grundriss 2.OG | Grundriss 3.OG | Westansicht | Schnitt c-c
Auschnitte zur Orientierung und Gliederung des Raumes, Parkrotunde als vertikaler Verbinder
Dachperspektive | Grundriss Dachgarten
Gemeinschaftlich genutzte Dachfläche
Modellfoto | Lageplan
Städtebauliche Situation, neues Quartierszentrum Kaufhaus der Zukunft-Stadtarchiv-Nordbad