Epilog des fossilen Zeitalters

Professur
Urban Design
Projektarbeit

Die Klimakrise stellt unsere Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Mit den Folgen der Klimaveränderungen sind Menschen in unterschiedlichen Maßen durch die Krise betroffen. Die Verantwortlichen der Klimakrise sind meist am wenigsten betroffen. Dies verursacht eine intra- und intergenerationelle sowie globale Ungerechtigkeit. Um eine globale Klimagerechtigkeit zu ermöglichen, soll ein internationaler Klimagerichtshof und ein Klimarechtsrat entstehen. Zudem wird die Thematik durch die architektonische Perspektive erweitert. Dafür wird unser Umgang mit der Natur in unserer gebauten Umwelt hinterfragt.

Trotz der Klimaverträge von Rio, Kyoto und Paris steuert die Menschheit laut dem IPCC auf eine globale Erderwärmung von ca. 1.5 bis 4.5 °C zu. Die Akteur*innen der internationalen Klimapolitik haben es bisher nicht geschafft, die Klimakrise verursachenden Treibhausgasemissionen zu begrenzen. Heute ist ein Temperaturanstieg von ca. 1.2 °C im Vergleich zu 1850-1900 erreicht. Da Menschen global unterschiedlich durch die Klimakrise betroffen sind, können durch einen internationalen Klimagerichtshof mögliche zukünftige Konflikte vorgebeugt und auf globaler Ebene eine Klimagerechtigkeit hergestellt werden.

Der theoretische Rahmen umfasst als Ausgangssituation die historische Einordnung der Thematik, eine Beleuchtung der zukünftigen Herausforderungen, welche durch die Klimakrise erwartet werden können und die Benennung der Akteure. Eine mögliche Weiterentwicklung der Klimapolitik und die Entstehung des Klimagerichtshofes und des Klimarechtsrates erfolgt als Szenario eines neuen Klimaübereinkommens. Dieses soll ein neues Klimarecht beinhalten, welches eine Strafverfolgung ermöglicht. Als Referenz bei der Entstehung und der Organisation des Klimagerichtshofes dienen bereits bestehende internationale, sowie europäische Gerichtshöfe. Als Ort für den Gerichtshof wird Helsinki vorgeschlagen, da die finnische Regierung eine Vorreiterrolle in der Klimapolitik anstrebt und Finnland durch das Anbieten der Räumlichkeiten als Mitverantwortlicher der Treibhausgasemissionen die globale Gerechtigkeit fördern könnte.

Der Entwurf verortet den Gerichtshof und den Klimarechtsrat in einem ehemaligen Kohlekraftwerk. Der Symbolik des Kohlekraftwerkes als Sinnbild des fossilen Zeitalters wird die Natur in den Bestandsgebäuden, sowie neue Nutzungen in den Schornsteinen, als Aussichtsturm und als Wetterstation, entgegengesetzt. Die Wetterstation steht für die Naturwissenschaften, die physisch erklärbare Abfolge, welche den Klimawandel verursacht. Der Aussichtsturm ist für die Öffentlichkeit zugänglich und steht so für die gesellschaftlichen Ursachen der Klimakrise. Weiter sind bestehende Silos in den Sitzungssälen sichtbar erhalten. Das Einbringen der Natur in die Gebäude steht sinnbildlich für einen zukünftigen und verantwortungsvollen Umgang mit der Natur: Der Natur muss mehr Raum gegeben werden.

Der Vorplatz
Die Eingangssituation der Klimainstitutionen
Piktogramme
Verbindung der Natur im Entwurf, Umkodierung und Nutzungsverteilung
Grundriss Erdgeschoss
Verbindung der Natur in dem Gebäude
Grundriss 2. Obergeschoss
Mit den Sitzungssälen des Klimagerichtshofes und des Klimarechtsrates
Foyer des Klimarechtsrates
Mit dem Holz als Baumaterial wird CO2 im ehemaligen Kohlekraftwerk gespeichert
Sitzungssaal des Klimagerichtshofes
Die Silos des Kraftwerkes sind in den Sitzungssälen sichtbar