Die gratis Wiesn

Professur
Urban Design
Projektarbeit

Die beeindruckende Leere der Theresienwiese und der damit verbundene Möglichkeitsraum sind ein wichtiger Bestandteil der Stadt München. Der Entwurf will diesen Raum erhalten und zusätzlich fördern. Durch viele kleine Interventionen werden neue, spontane und freie Nutzungsmöglichkeiten gestaltet. Als Gegenentwurf zur kommerzialisierten Nutzung durch das Oktoberfest entsteht eine Spielwiese mit gratis Angeboten für alle. Im Bereich des Baumrings um die Theresienwiese ordnen sich die Interventionen an. Diese funktionieren unabhängig voneinander. Der Katalog von sieben “Standl“ kann beliebig erweitert werden. Die Architekturen bestehen aus einfachen Holzkonstruktionen in bunten Farben. Eine verspielte Festlichkeit erinnert an die Buden der bayr. Volksfeste. Gemeinsam mit den BewohnerInnen der Stadt können die Standl gebaut werden.

Durch das südliche Eingangstor betrete ich die Theresienwiese. Für heute ist ein Ultimate Frisbeespiel um 18 Uhr angezeigt. Ein Vater repariert zusammen mit seiner Tochter deren Fahrrad an der Reparaturstation unter dem pinkfarbenen, runden Unterstand. Ich schlendere Richtung Norden. Auf der Tribüne vor den Bäumen auf der rechten Seite sitzen kleine Grüppchen zusammen auf den Stufen und genießen die nachmittägliche Sonne, das pinke Sonnensegel ist halb ausgefahren. Ich gehe weiter entlang der Baumreihen. Einige der orangenen Bänke aus alten Biertischen, die sich an der Rasenkante entlang ziehen sind von lesenden Menschen belegt. Eine Frau liegt entspannt auf einer Bank. In der Ferne sehe ich eine Menschengruppe unter den Dächern unterhalb der Bavaria. Was da wohl stattfindet? Da werde ich auf dem Heimweg noch vorbeischauen. Ich gehe weiter zu den zwei Tauschregalen am östlichen Eingang. Ein wenig Zeit ist noch, um zu schauen, ob da zufällig was Schönes zu finden ist. Ein bunter Schal sticht mir ins Auge, der gefällt mir, den nehme ich mit. Jetzt aber weiter, sonst komme ich noch zu spät. Weiter nördlich faltet gerade eine Tanzgruppe die Bühnenplattform zusammen. Sie scheinen ihre Probe beendet zu haben. Jetzt sehe ich in der Ferne schon die sich im Wind drehenden Buchstaben „WC“. Zugleich ist zur Rechten auch das kleine Aussichtstürmchen zu sehen. Der Aufzug ist in Benutzung, deswegen steige ich zu Fuß die vier Etagen hoch.
Ah, da wartet schon meine Freundin auf mich. Sie hat eine Feierabendbier für mich dabei und wir schauen gemeinsam über das Geländer Richtung Süden. Heute ist ein klarer Tag und der Blick auf die Alpen ist herrlich.