future of workplaces

Kasper Guldager Jensen
Studierende siehe Beispielprojekte
Professur
Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen
Projektarbeit

Die Mehrheit der Weltbevölkerung verbringt einen beträchtlichen Teil ihres Lebens in einer Arbeitsumgebung, weshalb die Qualität dieser Räumlichkeiten künftig entscheidenden Einfluss auf unser Wohlbefinden hat. Der Masterstudiengang „The Office | Das Büro“ untersucht experimentelle Arbeitsumgebungen mit dem Ziel, konzeptionelle Strategien zu entwickeln, um den sozialen Komfort vor Ort und das individuelle Wohlbefinden in Büroräumen durch einen Nutzerorientierten Ansatz zu steigern. Sieben studentische Projekte entwickelten so die Räume zwischen Möbel- und Gebäudemaßstab im direkten Einflussbereich der Nutzer, um die mit Komfort, Arbeitseffizienz und Nutzerzufriedenheit verbundenen Aufenthaltsparameter zu berücksichtigen.

Die Mehrheit der Weltbevölkerung lebt heute in städtischen Gebieten, wobei die Menschen in den Industrieländern mehr als 80% ihres Lebens in Innenräumen verbringen (Armijos Moya,2019). Da der Trend voraussichtlich steigen wird und damit die Aussichten, dass die Weltbevölkerung in den nächsten 30 Jahren auf zwei Drittel der Stadtbewohner anwachsen wird (UN,2018), werden vom Menschen geschaffene und kontrollierte Innenräume unser Wohlbefinden und die Nachhaltigkeit unseres Lebensstils zunehmend beeinflussen. Dies gilt insbesondere für viele Arbeitsumgebungen in Innenräumen, da Büros die Räume in der Stadt sind, in denen wir tendenziell einen großen Teil unseres Lebens verbringen (Mangone,2017).
DIE BÜROKULTUR
Büroumgebungen sind stark von der Logik des Wirtschaftssystems, der Arbeitskultur und dem gesellschaftlichen Fortschrittsgedanken geprägt. In den letzten Jahrzehnten hat die westliche Kultur begonnen, sich von einer industriellen Massenproduktionslogik, die auf einem Zeit-Output-Verhältnis basiert, zu einer globalen Kultur der Vernetzung zu entwickeln, in der Flexibilität und Echtzeitkommunikation die neuen Erfolgsparameter sind.
Aus architektonischer Sicht wird die Flexibilität in die Arbeitskultur übersetzt: Physisch durch neue Konzepte von Hot- und Shared-Desking, und mit der Zeit, mit Home-Office und einer zunehmend verbreiteten nomadischen Arbeitskultur. Die Innenräume werden in soziale und ökologische Mikroumgebungen verwandelt, ohne die Definition der Zonierung weit über die räumliche Anordnung hinaus in Frage zu stellen. Bürogrundrisse verteilen sich von Einzelkabinen über Hybriden zu gemeinschaftlichen Großraumbüros, von formellen zu informellen Bereichen und von Fokusbereichen zu dynamischen Umgebungen. So entstehen vielfältige Arbeitsumgebungen für individuelles Arbeiten, unabhängiges und Gruppenlernen sowie Zusammenarbeit.
Mit dem Blick von einer Nutzerzentrierten Perspektive beeinflussen vier Hauptaspekte die Produktivität in einer Arbeitsumgebung: persönliche, soziale, organisatorische und Umweltfaktoren (Al Horr, 2016). Die Büroarchitektur muss daher auch physiologische und psychologische Parameter berücksichtigen, wie physische Behaglichkeit (Luftqualität, Klima, Lärm), funktionelle Behaglichkeit (Störungen, Unterbrechungen, Entfernung von der Arbeit, Ressourcen) und psychologische Behaglichkeit (Privatsphäre, Territorialität).
Über die studentischen Arbeiten, welche über 1×1 Modelle die Arbeitsumgebung experimentell erfahrbar und bewertbar machen sollten, entstanden interessante Entwürfe mit unterschiedlichen Ideen und Denkansätzen.

Download: https://www.ar.tum.de/fileadmin/w00bfl/klima/Publikationen/Berichte/StudioBook_The-Office.pdf

Cover
2019, München
Research Topic Spacial Requirements
2019, München
Beispielprojekt 01
2019, München
Beispielprojekt 02
2019, München
Beispielprojekt 03
2019, München