Experience in Action! DesginBuild in der Architektur

Alessandro Visentin, Lennard Zimmermann, Mira Keipke, Eglé Kliucinskaité, Stella Sommer, Laura Höpfner, Clara Frey
Professur
Architekturgeschichte und kuratorische Praxis
Seminararbeit

Das Architekturmuseum der Technischen Universität München (TUM) in der Pinakothek der Moderne zeigt erstmalig in Deutschland eine Ausstellung zum Thema „DesignBuild“. Unter dem Titel „Experience in Action“ werden 16 studentische Bauprojekte von Universitäten präsentiert, die weltweit in Eigenregie realisiert wurden.

Der prozesshafte Charakter der ausgewählten Projekte sollte vorgestellt, aber auch verschiedene Aspekte der Lehrmethode besonders hervorgehoben werden. Dafür bearbeiteten Studierende der TUM im Winterseminar 2019/2020 Themen für die Ausstellung und konzipierten die entsprechende Realisation, die sie anschließend mit den Gestaltern der Ausstellung überarbeiteten. So dokumentierte Egle Kliucinskaite etwa in einer Timeline, wann die einzelnen Studios gegründet wurden und zeigt damit auf, dass schon Hannes Meyer am Bauhaus eine Form dieser Lehrmethode initiiert hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann sie erst wieder mit den Protestbewegungen der 1960er- und 1970er-Jahre an Bedeutung, und ab den 1990er-Jahren stieg ihre Popularität stetig. Die Herausforderung bestand darin, die historischen und kulturhistorischen Eckdaten herauszufiltern, die für das phasenweise Auftreten der Lehrmethode entscheidend waren und dem gesamten Material eine übersichtliche Form zu geben.
Eine andere Studierende, Clara Frey, näherte sich dem DesignBuild-Prozess mit ganz generellen Fragen auch für ein fachfremdes Publikum: Wie sieht der Entwurfsprozess aus? Wer sind die Initiatoren? Wer ist an solchen Projekten überhaupt beteiligt? Und wie wird der Prozess am Ende aufbereitet? Die einzelnen Schritte, die ineinander übergreifen, stellte sie in einer Graphik dar, die zeigt, dass nicht nur die Studierenden, sondern viele unterschiedliche Menschen an einem Projekt beteiligt sind, die aber in einem ständigen Dialog stehen. Die Studentin musste ihre Ergebnisse im Seminar vorstellen, die lange diskutiert wurden, bis am Ende ein allgemeingültiges Resultat vorlag.. Ein weiteres Projekt ist eine Weltkarte, die mit über 400 eingetragenen Projekten daraufhin weist, dass die in der Ausstellung präsentierten Beispiele nur eine kleine Auswahl darstellen. Laura Höpfner und Stella Sommer konnten dabei auf bereits vorhandene Daten der Webseite https://www.dbxchange.eu zurückgreifen, mussten aber im Laufe ihrer Arbeit eng mit dem Gestaltungsbüro der Ausstellung zusammenarbeiten, um die Informationen auf die auf eine Wand gemalte Weltkarte zu überführen. Alessandro Visentin entschied sich dafür, den Besuchern auf einen von ihm selbst entworfenen Tisch die Materialien vorzustellen, die in den ausgewählten DesignBuild-Projekten verwendet wurden, darunter Lehm, Bambus, Textil und recycelter Baustoff. Hier entwickelten sich Inhalt und Gestaltung auch aufgrund des Zeitdrucks erst parallel, um am Ende zu einem Objekt zusammengefügt zu werden. Mira Keipke widmete sich dem wichtigen Thema der Finanzierung und bereitete Fragen für die Lehrenden der 16 Projekte vor, die größtenteils bereitwillig beantwortetet wurden. Die Ergebnisse transferierte sie dann in ein Frage-Antwort-Spiel, das differenziert auf das Thema eingeht, ohne den Betrachter mit der Informationsflut völlig zu überfordern. Lennard Zimmerman begleitete den Entwurfsprozess für den Versammlungsraum, der während der Ausstellungsdauer vor der Pinakothek der Moderne gebaut wird und den die Lehrstühle Florian Nagler und Hermann Kaufmann ebenfalls im Wintersemester 2019/2020 initiierten. Er führte mit Studierenden und Lehrenden Interviews und fügte alles zu einer Dokumentation zusammen, die noch einmal mit Nachdruck die Schwierigkeiten und Herausforderungen dieser Lehrmethode aufzeigt.

Während der Produktion der Objekte musste die gesamte Ausstellung immer mitgedacht, die Gestaltung in sie eingebettet werden, und die Inhalte durften nicht repetitiv zu dem sein, was bereits für die Ausstellung geplant war. Am Ende galt es, die erarbeiteten Informationen auf ein Niveau zu bringen, das in einer Ausstellung der Pinakothek der Moderne gezeigt werden konnte. Die Studierenden präsentierten ihre Ergebnisse und später ihre Entwürfe, die lange diskutiert wurden. Einige der Studierenden konnten ihre Arbeiten sogar selbst in der Ausstellung installieren. So wurde auch das Seminar zu einer „Experience in Action“, und tatsächlich zeigten die Studierenden eine mindestens ebenso große Motivation wie die der DesignBuid-Projekte, was zum Erfolg der Ausstellung beitrug.

Ausstellung Eingang
Timeline
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DesignBuild Prozess
Studentenarbeiten
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