Cinematic Urbanism. Navigating Image and Information

Professur
Architekturgeschichte und kuratorische Praxis
Forschungsarbeit

Städte und ihre Identitäten sind immer an die Bilder gebunden, die wir mit ihnen assoziieren: Monumente und Skylines, lokale Architektur und Landschaft. Dies gilt besonders für Orte, die wir nie besucht haben, sondern durch collagenartige Vorstellungen aus Kino, Fotografie und digitalen Medien verinnerlicht haben. Wie Grenzen, arbeiten Bilder daran mit, eine Stadt und ihre Bewohner_innen zu formen: Vom „Inneren Ring“ zu „äußeren“ Stadtteilen, vom Penthouse-Blick zur „bunten“ Nachbarschaft.
Das Seminar untersucht die komplexe Verbindung von Bild- und Informationsproduktion in der Stadt und Stadtproduktion durch visuelle Information. Die Techniken der Kartierung, des Filmens und der Überwachung werden zu Bewegungen und Medien in Bezug gesetzt, um eine kritische Analyse von urbanem Raum und seiner Repräsentation anzugehen.

Im Kontrast zur ständigen Nutzung von Navigations-Apps, sind Land- und Straßenkarten sowie U-Bahnnetzpläne vernachlässigte Elemente von bildlichem Wissen, die wir jedoch brauchen, um uns im täglichen Leben zu orientieren und navigieren. Diese Piktogramme sind, meist von der Landes- oder Stadtregierung bereitgestellt, abstrahierte Werkzeuge für Hilfe, aber auch Kontrolle. Wie Grenzen, arbeiten Bilder daran mit, eine Stadt und ihre Bewohner_innen zu formen: Vom „Inneren Ring“ zu „äußeren“ Stadtteilen, vom Penthouse-Blick zur „bunten“ Nachbarschaft.
Unsere Realität einer globalen Pandemie und die folgende Isolation zu Hause seit den Semesterferien stellt unser Seminarthema, das geradezu ironisch gut passt, auf die Probe. Visuelle Darstellungen städtischen Raums und ihre historischen und politischen Kontexte waren unser Thema – nun waren jene Repräsentationen die einzige Erfahrung, die uns blieb. Es ging in der Umstellung des Seminars nicht darum „das Beste aus der Situation“ zu machen (so makaber!) und in den Produktivitäts-Hype, den das Home-Office vermeintlich bot, einzusteigen, sondern eine funktionierende Online-Lernerfahrung anzubieten. Aufgrund der verschiedenen Zeitzonen der Teilnehmer*innen haben wir ohne Videokonferenzen gearbeitet. Stattdessen entwarf ich verschiedene Schreib- und Designaufgaben, die dem Zeitaufwand entsprachen, den wir ansonsten zusammen im Seminarraum gehabt hätten.

Aspen Movie Map, Architecture Machine Group, 1979
Screenshot of Texture Mapping in QADAS, Aspen Movie Map
Smell Map Amsterdam, 2014, Kate McLean
650 Smells Mapped by 40 People during 10 Days
Map on Glove for the World Exhibition, London, 1851, George Shove
Map on a Lady's left Hand Glove to discretely navigate the City
Learning from Las Vegas, 1977, Denise Scott Brown, Robert Venturi and Steven Izenour
Physiognomy of a typical Casino Sign