Cañada Real Galiana, Madrid

Ass. Andreas Dittrich
Ass. Matthias Oberfrank
Ass. Johann-Christian Hannemann
Studierende
Professur
Landschaftsarchitektur und öffentlicher Raum
Projektarbeit

Eine Zugfahrt von München nach Madrid dauert 24 Stunden und führt von Deutschland über Frankreich nach Spanien durch eine Vielzahl von Landschaften. Ziel ist der so genannte größte Slum Europas, die Cañada Real Galiana, benannt nach dem historischen Viehtriftweg, auf dem er sich befindet. Seit mehr als vier Jahren forscht der Lehrstuhl in Cañada Real, zahlreiche Exkursionen haben nicht nur Forscher*innen, sondern auch Studierende an diesen Ort geführt — immer unter dem Motto „wir reisen behutsam und nähern uns dem Ort langsam“, und einige der Studierenden nahmen die Herausforderung mit uns an.
Im Wintersemester 2019 wagten wir nun einen Entwurf für die Freiräume eines neu gebauten Gemeindezentrums — ein Entwurf, der in der Zukunft in einem Selbstbauprojekt zusammen mit Bewohner*innen der Cañada Real Galiana münden könnte.

Thema des Entwurfs:
Die Cañada Real Galiana in Madrid, der vermeidlich größte Slum Europas, befindet sich auf einer historischen Viehtrift im Südosten von Madrid. Für mehr als 8.000 Menschen ist die Cañada Real, die sich dem Besucher mal als schützenswerte Kulturlandschaft, mal als Infrastruktur- und Müllhalde der Metropole Madrid präsentiert, gelebte Realität und Heimat. Alleine, mit der Familie und Nachbar*innen, z.T. unterstützt von Nichtregierungsorganisationen schufen und schaffen sie sich mit den wenigen ihnen verfügbaren Mitteln eine Lebensumwelt. Diese ist zwar nicht immer ästhetisch und konfliktarm, sie thematisiert jedoch grundsätzliche Bedürfnisse und Wünsche im Spannungsfeld von privatem und öffentlichen Raum und befriedigt diese (zumindest teilweise). Nach 5 Jahren politischer Unterstützung und Ausarbeitung eines Legalisierungs- und Aufwertungsplans ist 2019 nach Wahlen wieder alles offen.

Aufgabe:
Wie funktionieren räumliche Strukturen und wie sieht öffentliches Leben in der Cañada Real Galiana aus? Im Entwurfsprojekt gilt es zunächst mithilfe einer klassischen, räumlichen Analyse die Grundlagen für die Entwurfsaufgabe zu ermitteln und zu bewerten. Die Gruppen des Entwurfsprojekts suchen nach Potentialen und entwickeln konkrete Gestaltungsvorschläge für den Außenraum eines neuen Nachbarschaftszentrums sowie dessen Umgriff im Sektor 5 der Cañada Real.

Betreuung:
Univ. Prof. Dipl.-Ing. Regine Keller, Dipl.-Ing. Andreas Dittrich, M. Sc. Johann-Christian Hannemann, M. A. Matthias Oberfrank; Gastkritiker: Prof. Luis Basabe Montalvo, Universidad Politécnica de Madrid

Teilnehmende Studierende:
Moritz Albersdörfer, Amelina Brandes, Anais Brox, Oliver Bursi, Qiuyuan Chen, Julia Dauerer, Alexander Dörfler, Denise Gordeev, Jessica Griesbauer, Augustin Heinen, Marlena Hellmann, Charlotte Höhnel, Nico Kaczmarek, Stella Kampffmeyer, Leon Kiermeier, Ramona Kröpfl, Luis Neumeier, Melissa Pearson, Laura Pehlke, Pauline Philipp, Dennis Raisch, Eva Raischl, Stefan Reinthaler, Clara Ritterbecks, Vivien Röttgerkamp, Lucie Schindler, Karolin Schneider, Lenja Schröder, Sophia Schwechheimer, Isabelle Spaemann, Lei Su, Julius Vongehr, Kai-Ting Wang, Yuyan Wang, Tobias Winkler, Jingyi Xu, Mateusz Zewergs

Projekt, Exkursion und Dokumentation wurden durch die großzügige Unterstützung des Bund der Freunde der Technischen Universität München e.V., der Fakultät für Landschaftsarchitektur der TUM und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes DAAD ermöglicht.

OpenAccess-Dokumentation: doi:10.14459/2019md1480981