KiosKo – Ein Schritt auf dem Weg zur krisenresilienten Stadt

Christina Funke
Professur
Raumentwicklung
Projektarbeit

Die Entwicklungen im Zuge der Corona-Pandemie und die mit ihr verbundenen Maßnahmen wie ‚Physical Distancing‘ und ‚Working From Home‘ verändern wie wir arbeiten, leben, uns bewegen, wie wir produzieren und konsumieren. Obwohl diese Bereiche und deren räumliche Ausprägung sich bereits durch die Digitale Transformation im Wandel befinden, sind Ausmaß und Geschwindigkeit der jetzt eingetretenen Veränderungen von einer neuen Dynamik.
In einem interdisziplinären ‚Research Studio‘ erkundeten Studierende des Masters Architektur zugleich forschend und entwerfend, wie sich diese Entwicklungen auf den urbanen Raum, und auf dessen Eigenschaften in Bezug auf Kreativität, Vielfalt und Austausch auswirken. Mit Methoden aus Research und Design wurden gemeinsam Hypothesen konzipiert und urbane Prototypen und Szenarien plausibilisiert und getestet.
Wie lassen sich die gegenwärtigen Entwicklungen tiefergehend verstehen, analysieren und kartieren? Wie können wir gestaltend und strategisch auf die sich veränderten Ausprägungen und Verhaltensweisen in den Bereichen Arbeiten, Wohnen und Mobilität reagieren? Wie lassen sich die Komplementarität zwischen Einschränkungen und Freiheit, zwischen Nähe und Distanz ausloten und Übergangsprozesse gestalten?

Beobachtend, recherchierend, reflektierend und vorallem diskutierend bewegten wir uns durch die vergangenen Monate. Auch wenn sich unser physischer Ort vor der Videocall-Software Zoom dabei kaum veränderte, veränderte sich doch unsere Sicht auf die Krise(n):

Es ist bewiesen, dass München, Deutschland, Europa und die ganze Welt in den kommenden Jahzehnten mit weiteren globalen Krisen in Folge des menschlichen Handelns konfrontiert werden wird. Im Bezug auf die Klimakrise gehen Forscher, wie Jem Bendell, zudem davon aus, dass eine Reaktion der Umwelt nicht mehr abzuwenden sei. Die Corona Krise kann somit als eine Art Testlauf gesehen werden. Es gilt also Ansätze zu finden, um Städte sowohl in Bezug auf Akutkrisen, wie die Covid-19 Pandemie, als auch im Hinblick auf umfassendere und langfristigere Transformationsanforderungen, wie der Klimakrise, resilienter und somit anpassungsfähiger zu gestalten.

Der KiosKo, als Intervention im urbanen Raum Münchens, entstand in Folge der analytischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Folgen der aktuellen Covid-19 Pandemie auf den urbanen Raum. Die Auswirkungen globaler Krisen rücken das lokale Umfeld als Austragungsort aktiver und passiver Mitgestaltungs- und Aushandlungsprozesse der Bürger*innen in den Fokus. Hier liegt sowohl der Bedarf als auch das Potential die Stadt aus ihren kleinsten städtischen Einheiten heraus zu stärken. In kooperativen sozialen Gestaltungsprozessen können Bürger*innen ermächtigt werden ihr direktes Umfeld aktiv mitzugestalten. Dies fördert die Identifikation mit der Nachbarschaft und stärkt somit langfristig die lokalen Ressourcen.

Unsere Arbeit kann dadurch als eine Reflektion der und Reaktion auf die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie auf den Stadtraum Münchens betrachtet werden und macht mit dem KiosKo einen Vorschlag, wie auf lokaler Ebene ein erster Schritt in eine resilientere urbane Zukunft gemacht werden kann.

Mehr zu den theoretischen Hintergründen der Arbeit, dem Konzept der Kleinsten städtischen Einheiten, dem Potenzial von Social Design im Kontext der krisenresilienten Stadt, sowie die gesamte Ausarbeitung des KiosKos findet Ihr hier.

KiosKo
Offen, lokal, mobil, partizipativ, kooperativ.
Sechs Thesen zur krisenresilienten Stadt
Theoretische Grundlage
"Daily Urban Space" und die "Kleinste städtische Einheit"
(Sozial)räumliches Konzept
KiosKo als mobiles Partizipationsformat
Axonometrie
KiosKo Tools
01 Aktionskarte / 02 Übersicht / 03 Kooperationen / 04 Ressourcen
Nachbarschaftsspeeddating am KiosKo
Szenario