Großmarkthalle München

Professur
Urban Design
Seminararbeit

Die Münchner Großmarkthalle im Stadtteil Sendling ist ein seit 1912 bestehender Großhandelsmarkt für Lebensmittel und Blumen, der als kommunaler Betrieb von der Landeshauptstadt München geführt wird. Der Großmarkt gehört nach Paris und Barcelona zu den größten kommunalen Märkten Europas. Neun Hektar des 310.000 Quadratmeter großen Areals sind überbauter Raum, der sich aus sechs voll unterkellerten Verkaufshallen, sieben weiteren Umschlag-, Lager- bzw. Kühlhallen, dem Blumengroßmarkt, der Gärtnerhalle, zwei Kontorhäusern mit ca. 300 Büroräumen, Gleisanschluss, der Bananenreiferei, der früheren Sortieranlage, der Feinkosthalle und dem Fruchthof, der Wohnen und Gewerbe verbindet, zusammensetzt.

Einmal in der Großmarkthalle angekommen, nimmt sie einen in ihre ganz eigene Welt mit eigenen Regeln auf. Durch die anstrengende körperliche Arbeit, die beginnt, während der ganz überwiegende Teil Münchens noch schläft und endet, wenn so mancher Student noch nicht einmal aufgestanden ist, fühlt man sich von ihr absorbiert. Die Arbeiter kennen sich untereinander und ihre Arbeitsschritte sind präzise aufeinander abgestimmt. Die Fortbewegung innerhalb der Hallen findet zum Großteil mit Gabelstaplern statt; diese haben immer „Vorfahrt“ und sind von allen anderen Beteiligten stets zu berücksichtigen. Dringt man als Außenstehender in dieses System ein, ohne die eingespielten Regeln zu kennen und zu achten, wird einem wenig Verständnis entgegengebracht.

Nach einer kurzen Einarbeitungsphase war es vor allem meine Aufgabe, Giorgio bei der Kommissionierung von Bestellungen zu unterstützen sowie die Ware der jeweiligen Bestellung zusammenzustellen und auf Paletten zusammenzufassen, um diese zu Mario und Salverio für die Auslieferung vor die Halle zu transportieren. Zu meiner Zeit bei der Rudolf Leimer GmbH während der COVID19-Krise haben die Geschäftsführer mir berichtet, dass sie so anstrengende Tage erlebt haben, wie sie in vorangegangenen Jahren nur am Tag vor Heiligabend zu verzeichnen waren.

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass Krisenzeiten auch zu Engpässen in der Lebensmittelversorgung führen können, weil beispielsweise Transportwege geschlossen sind oder in bestimmten Bereichen Arbeitskräfte fehlen. Deshalb kommt Großmärkten im Rahmen der Daseinsvorsorge die wichtige Rolle zu, die Grundbedürfnisse an Nahrung für die Bürger abzudecken. Zudem lehrt die gegenwärtige Situation, welche Gefahren von einseitigen Abhängigkeiten und Konzentrationsprozessen im Lebensmittelhandel, bei Produzenten und Logistik ausgehen. In diesen Tagen erlebt der Münchner Großmarkt nicht zuletzt durch die Aktivitäten der Tafel zur Versorgung von Bedürftigen jene Aufmerksamkeit, die im Alltag als Selbstverständlich untergeht. Die Großmarkthalle ist Münchens Versorger mit Obst und Gemüse und Umschlagplatz für frische Lebensmittel, die zu aktuellen Krisenzeiten mehr denn je an Wert gewinnen.

Großmarkthalle München
Hilfeleistung im Rahmen der Covid-19 Pandemie
Protagonist
MENSCH
Protagonist
MASCHINE
Protagonist
WARE
Aktionsraum
GELÄNDE
Aktionsraum
STAND