German and Swiss Knowledge Economy after 2009

Mathias Heidinger
Christiane Müller
Fabian Wenner
Professur
Raumentwicklung
Forschungsarbeit

Das Projekt untersucht – gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) – die räumliche Struktur und Dynamik der Ansiedlung von Firmen der Wissensökonomie in Deutschland und der Schweiz nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Dazu zählen zum Beispiel Unternehmen der Finanz- und Beratungsbranche. Die Haupthypothese lautet, dass die Krise als Katalysator für strukturelle Veränderungen auftritt und zu einer Konzentration von wissensintensiven Tätigkeiten in urbanen Funktionalräumen führt. Kombiniert werden diese Standortdaten mit geographischen mikroökonomischen, raumstrukturellen Daten und Daten zur Beschäftigungsmigration in Deutschland.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise aus dem Jahr 2008/2009 kann als eines der prägenden Ereignisse der letzten Jahrzehnte festgemacht werden. So hat diese Krise, zum ersten Mal in der Nachkriegszeit, zu einem Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung geführt. Exportorientierte Länder und offene Volkswirtschaften sind von diesen Auswirkungen direkt und indirekt betroffen. Dies bewirkt Veränderungen in den Wertschöpfungsverflechtungen.
Auch sorgte die Finanzkrise für eine Umstrukturierung von Arbeitsplätzen und der Unternehmenskultur. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich großräumige Netzwerkstrukturen und funktional-urbane Hierarchien der Wissensökonomie in Deutschland und der Schweiz im Laufe der Zeit verändern. Die Untersuchung geht von der Hypothese aus, dass die Krise als Katalysator für strukturelle Veränderungen fungiert und zu einer Konzentration von wissensintensiven Tätigkeiten in urbanen Funktionalräumen führt.
In diesem, durch die DFG und den SNF geförderten, Forschungsvorhaben wird ein umfassender Datensatz an Unternehmensstandorten aufgebaut und innerhalb eines zeitlichen Längsschnittes analysiert und visualisiert.
Ziel des Projekts ist es, diese Veränderungen in Deutschland und der Schweiz gezielt zu untersuchen. Dabei wird auf einen Datensatz von über 500 Unternehmen, die in Deutschland oder der Schweiz ihren Firmensitz gemeldet haben, zurückgegriffen. In Deutschland wurden die 30 größten Firmen aus 16 wissensintensiven Branchen (unter anderem Unternehmen aus der Finanz- und Beratungswirtschaft) sowie aus weiteren sieben Branchen des Bereichs High Tech (unter anderem Unternehmen der Pharmazie und Biotechnologie oder Elektrotechnik) standortgenau erfasst, kartiert und bewertet.
Die Unternehmensdaten werden durch statistische Daten zur mikroökonomischen, raumstrukturellen Struktur und Daten der Beschäftigung, wie Wohn-, Arbeitsort und Migration, erweitertet, um ein möglichst umfassendes Bild der Entwicklung zu generieren. Der methodische Schwerpunkt liegt auf einem bereits abgeschlossenen Forschungsprojekt des Lehrstuhls, welches als Grundlage für die zeitliche Längsschnittanalyse dient, greift zusätzlich auf ein Fundament von wissenschaftlichen Arbeiten aus dem Bereich Globalization and World Cities (GaWC) zurück, welches in der jüngeren Diskussion zunehmend im asiatischen Raum Anwendung findet.

Auftraggeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) & Schweizerischer Nationalfonds (SNF)
Kooperationspartner: Hochschule Luzern, Schweiz

Applying Network Analysis on our dataset - the GaWC Regional Core City Model
München 2020 ©️ Lehrstuhl für Raumentwicklung
Headquarter Locations of Advanced Producer Service (APS) firms in Germany in 2019
München, 2020 ©️ Lehrstuhl für Raumentwicklung