Experimentier­flächen – ein Prä-Pandemisches Potential

PublikationProfessur
Raumentwicklung
Seminararbeit

Bereits in der Vergangenheit waren Krisen impulsgebend für gesellschaftliche Experimente und Ausgangslage für systemrelevante Reformperioden.
Die anfänglich geglaubte Gesundheitskrise Corona hat sich sehr bald zu einer Gesellschaftskrise entwickelt, welche bereits jetzt als Katalysator gesellschaftlicher Transformation gewirkt hat. Möchte man Corona als flächendeckendes Experiment verstehen, so hat es nicht nur offenbart, welche Bausteine unserer Gesellschaft systemrelevant, sondern auch welche möglicherweise entbehrlich sind. Die unausweichliche Frage nach Lösungsansätzen für zukünftige Krisen drängt sich auf, die für wirtschaftliche Absicherung, soziale Sicherheit und eine ökologische Balance sorgen.

Ein Vorschlag kann darin bestehen, die Idee einer Experimentierkultur aufzugreifen und mithilfe von neugeschaffenen Experimentierflächen nach dem heuristischen Prinzip der Trial-and-Error-Methode krisensichere Gesellschaftssysteme in direkten Experimenten mit der Umwelt zu erproben.

Forschungsfrage. Man nehme an, der Zugang zu nutzungs-undefinierten Flächen im urbanen sowie suburbanen Kontext beeinflusse die Auseinandersetzung von Nutzern mit aktuellen Herausforderungen. Dann ergibt sich daraus die These, dass allein die Möglichkeit der individuellen und kollektiven Aneignung nutzungsfreier Flächen zum Experimentieren die Fähigkeit steigert, Anpassungsstrategien in Hinblick auf zukünftige Veränderungen zu entwickeln. Die daraus abgeleitete Hypothese, die der vorliegenden Arbeit zugrunde liegt, lautet also: Je mehr Menschen Zugang zu Experimentierflächen haben, desto resilienter lassen sich neue Gesellschaften für drohende Krisen designen, und desto wahrscheinlicher ist es, nachhaltige Lösungen für drohende Krisen zu finden, erproben und umzusetzen. Der Begriff der Resilienz lässt sich in dem Kontext auf Basis einer Risikoanalyse des Deutschen Bundestages als „Krisensicherheit“ definieren.

Methodik. Der Anspruch dieser Arbeit besteht darin, zunächst den Bedarf an Experimentierflächen aufbauend auf umfassenden Recherchen zu legitimieren, und anschließend auf Basis von zehn daraus resultierenden Faktoren, die Krisensicherheit gewährleisten, einen Maßnahmenkatalog mit Empfehlungen für zukünftige Experimentierflächen zusammenzustellen.
Die formulierten Anforderungen, die Experimentierflächen erfüllen müssen, basieren auf einer aktuellen Literaturrecherche und versuchen, ein breites Feld abzustecken. Somit umfassen sie die Standortwahl und das Rahmenwerk (>Wo), Fragen der Zugänglichkeit (>Wann und Wie lange), die Art und Weise der Partizipation der Beteiligten (>Wer), die notwendige Transformation des umbauten Raumes (>Wie räumlich) und die zugrundeliegende Methodik des erfolgversprechenden Experimentierens (>Wie prozessual).
Um im Sinne eines iterativen Design Thinking Prozesses die vorgeschlagenen Maßnahmen zu testen, wurden die Methoden exemplarisch an der ersten potentiellen Experimentierfläche, einer stillgelegten Sandgrube in Höchstadt an der Aisch, angewendet.

Maßnahmenkatalog für Experimentierflächen
Empfehlungen für zukünftige Experimentierflächen
Herleitung der Elemente, die Krisensicherheit gewährleisten
Basierend auf +Erkenntnissen aus der Risikoanalyse des Deutschen Bundestages 2013
Standortanalyse
Universitäres Umfeld
Prozess Modell der Zugänglichkeit
Bewerbungsablauf für Teilnehmer
Plattform Modell
Motivation der Beteiligten
Iterativer Design Thinking Prozess
Basis zum Experimentieren