Das Perivàllonistische Manifest

Joris Allemann
Tim Keim
Freya Probst
Wolfram Meiner
PublikationProfessur
Urban Design
Projektarbeit

In Anbetracht, dass die Gesellschaft des Kapitalozän zum Scheitern verurteilt ist, sehen wir uns in der Verantwortung das Perivàllonzän (grie. περιβάλλον [perivallon] = die Umwelt) einzuläuten. Wir sind der Überzeugung, dass ein globales Umdenken sowie Handeln in Einklang mit der Natur über die bestehenden und die künftigen Generationen und Arten notwendig sind. Dazu sehen wir in erster Linie einen grundlegenden Wandel von gesellschaftlichen Werten und Normen als essentiell.

Deshalb ist es unsere Pflicht, eine städtische und soziale Prämisse auf dem Weg zum Perivàllonismus zu schaffen. Es ist an der Zeit den Altstadtring von München zu überdenken und neu zu gestalten. Unser Ziel ist es, das Herz der Stadt von der überdimensionierten Ringstraße zu befreien und nachhaltige sowie lebenswerte Stadtsituationen zu entwickeln.

Die Altstadt Münchens ist das Herz der Stadt. Sie ist vital, voller soziokultureller Angebote und von höchster identitätsstiftender Bedeutsamkeit für die Stadt und ihre Bewohner*innen. Dabei sind nicht nur das soziale Leben im öffentlichen Raum, das genossenschaftliche Wohnen und die nachhaltige Mobilität wichtige Themen, sondern auch die Schaffung einer Bewegungsfreiheit für Menschen und Arten in Form eines grünen Altstadtrings.

Anhand des Visionsplans lassen sich unsere Ideen für eine perivàllonistische Stadt ablesen. Es entsteht ein experimentelles Stadt-Labor nach perivàllonistischen Ansätzen. Hier stellen wir räumliche und gesellschaftliche Veränderungen dar, welche in anderen Stadtteilen oder Städten impliziert werden können.

Als Ausgangpunkt für diese räumlichen Interventionen haben wir uns zunächst mit Wirtschafts- und Gesellschaftssystemen sowie auch mit Werten und Normen auseinandergesetzt und ein Manifest entwickelt, welches neue Regeln für das Zusammenleben zwischen dem Menschen und seiner Umwelt aufstellt. „Allen Arten die gleichen Rechte“ lässt sich aus diesem Manifest schlussfolgern – und dazu stehen wir.

Der Diskurs unserer Ideen und macht uns hoffnungsvoll, dass Städte dieser Qualität keine Zukunftsmusik bleiben, sondern umgesetzt werden können. So kann die Veränderung in Zukunft in unsere Städte und Regionen Einzug finden und wir können der Natur zurückgeben, was wir ihr einst nahmen.

Unser Manifest zum Download findet sich im Folgenden. Folgt uns auf Instagram, dort findet ihr noch weitere Videos & Bilder unserer Vision.
#perivallonistischesmanifest

Visionsplan Stadt - Landschaft
Entwurf einer artengerechten und menschenmaßstäblichen Münchner Altstadt
Transformationen: Sendlinger Tor vorher
Bestandssituation als versiegelter Platz und Verkehrsknotenpunkt ohne Aufenthaltsqualität
Transformationen: Sendlinger Tor nachher
Transformation mit Bachlauf, Durchgrünung und Aufenthaltsqualität für Arten und Menschen
Transformationen: Isartor Tor vorher
Bestandssituation als Verkehrsknotenpunkt ohne Grünstrukturen mit hoher Flächenversiegelung
Transformationen: Isartor Tor nachher
Transformation zu einem Stadteingangssituation mit Freiraumqualität & maßstäblicher Mobilität
Manifest: Auszug aus dem Perivàllonistischen Manifest
Einleitung: "Ein neues Wertesystem auf Basis demokratischer Werte", weitere Seiten im Anhang